Band 
Zweiter Theil. Dritter Band.
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Armee, besonders an Infanterie, unbenutzt lassen zu müssen. Erbemerkte hierbei:

„Die französische Armee begiebt sich in ein Terrain, wo siezur Linken das Frische Haff, vor sich den Pregel und Königs-berg, gedeckt durch den General L'Estocq, hat, während die russi-sche Armee sich durch einen einzigen Marsch in ihren Rücken, aufihre Verbindungslinie, auf ihre Lebensmittel-Transporte werfenund sie abschneiden kann."

„Wie wäre es möglich, daß Napoleon sich zu einer solchengewagten Operation entschließen könnte, wenn er nicht eine voll-ständige Kenntniß von den untergeordneten Kräften der russischenArmee und von der Entfernung, in welcher sich deren Verstärkun-gen befinden, hätte."

Der General Bennigsen erkannte also sehr wohl das Ge-wagte der Operation Napoleons bei einigem Gleichgewicht derKräfte; er erkannte für diesen Fall die zu machenden Gegenzüge,um, ohne Gefahr für die eigenen Verbindungen, die Franzosenfür solches Wagniß sehr ernsthaft zu bestrafen, aber bei der Ueber-macht Napoleons schien das Wagniß als solches von selbst zuverschwinden, denn was konnte der General Bennigsen thun, umdaraus Vortheil zu ziehen?

Nach der eigenen Ansicht des Generals standen ihm über-haupt noch zweierlei Operationen zu Gebote. Die erste war: Kö-nigsberg und die Vertheidigung des Pregels dem L'EstoccsschenKorps zu überlassen, und sich mit der russischen Armee in derFlanke der französischen Armee aufzustellen, die bisherige Verbin-dung nach den See-Gegenden bei Angerburg und hinter die An-gerrap zu verlegen, und sich mit dem Narew - Korps in einesichere Kommunikation zu setzen. Warf man die starke leichteKavallerie in den Rücken Napoleons, und operirte mit demGros der Armee in die rechte Flanke der Franzosen, falls siesich an die russische Armee nicht kehrten und ihre Operation ge-gen Königsberg und über den Pregel fortsetzten, so war anzu-nehmen, daß dem Vorschreiten Napoleons bald ein Ende gemachtund er genöthigt werden würde, sich gegen den General Bennig-sen zu wenden. Gelang dies, so hatte man die Hoffnung, den

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