Band 
Zweiter Theil. Vierter Band.
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Kasematten waren so wenig wie bombenfeste Gebäude, au-ßer 4 Pulvermagazinen, vorhanden.

Die Armirung von Brieg') war äußerst langsam betriebenworden, wie dies bereits früher erwähnt wurde, doch war diePallisadirung der Festung und der Mühl-Jnsel beendet. WegenSchwäche der Besatzung hatte man weder den gedeckten Weg,noch auf dem rechten Oder-Ufer die vorliegende Redoute, nochden Brückenkopf besetzt, jenes Werk aber nach der Stadtscite völ-lig geöffnet, um dem Feinde die Gelegenheit zu benehmen, in dem-selben seine Batterien zu etabliren. Die Brücke des Brückenkopfswurde ganz, die Oderbrücke auf ß abgetragen.

Die Besatzung bestand, nach Abzug von Kranken, aus:

dem 3. Musketierbat. von Malschitzkp . 12 Offiz. 768 M.

- Ranzionirtenbataillon. 7 - 220 -

an Kantonisten.— - 193 -

- eingezogenen Jägern.— - 62 -

- Artilleristen.3 - 50 -

als Handlanger angestellten Ranzionirten,

Knechten und Invaliden.— - 158 -

22 Offiz. 1451 M.

Das Ranzionirtenbataillon war aus den von der Erpeditionnach Ohlau am 29. Dezember zurückgekehrten Versprengten undeinigen Flüchtlingen des Regiments Kröpf aus dem Gefecht beiOltaschin gebildet worden; die 193 Kantonisten waren weder exer-ziert noch montirt, aber mit Gewehren versehen. Die Gesinnungder Garnison war sonst gut, aber ihre Kräfte bereits vor derBerennung erschöpft, da man bei dem Herumschwärmen der feind-lichen Streifparteien, um stets bereit zu sein einer Ueberrumpe-lung zu begegnen, geglaubt hatte, die Masse der Besatzung aufden Wällen belassen zu müssen.

An Geschütz besaß Brieg nur 48 eiserne Geschütze in mit-

1) In dem bekannten Werke des Generals Mathieu Dumas wirdAlles, was sich bei der Blokade von Schweidniß zugetragen, der Blokadevon Brieg zugeschrieben, und der Blokade und Eroberung von Schweidnitzmit keinem Worte gedacht.