als letztes Rcttungsmittel der Ucbertritt nach Böhmen gestattet,indem man sich schmeichelte, daß die östreichischen Behörden we-nigstens erlauben würden, die Pferde gekoppelt und durch unbe-waffncte Leute geführt, nach Preußen zu transportiren. Nur derMajor Görtz mit 3 Schwadronen sollte einstweilen zurückbleiben,um die Remontcn so lange als möglich zu decken. Die Kom-pagnie Reichmeister wurde dem Kommandanten von Glatz zumFestungsdienst überwiesen. —
Am 11. früh ging der Fürst von Pleß nach Nachod, derGraf Götzen blieb bis zum 12. in Reinerz, um noch Alles zumAbmarsch anzuordnen und durch Böhmen dem Stößelschcn Korpszu folgen. Am 13. fand sich ein östreichischer Remonte-Offizierin Nachod zur Uebernahme der Remonte -Pferde ein, und ver-langte, daß dieselben nicht nach der Grenze, sondern tiefer insOestreichische hinein zur Abnahme transportirt werden sollten. Manmußte dieser Anforderung genügen, und da die Mannschaften undPferde in Böhmen nicht kvnzentrirt, sondern sehr zerstreut unter-gebracht wurden, so war es natürlich, daß bei Leuten, welche sichaller weiteren Dienstverpflichtung enthoben sahen, Unordnungeneinrissen; die Pferde wurden an Juden und Einwohner größten-theils um ein Billiges verkauft, die Mannschaften selbst desertir-ten. Nur die kleinere Hälfte der Remonte» wurde aus diese Weiseabgeliefert und für Rechnung der königlichen Kasse verkauft. Diekommandirten Offiziere, Unteroffiziere und Gemeinen, insoweit diesenicht desertirt waren, erhielten resp. einen 3- und 2monatlichenSold vom Fürsten ausgezahlt und Pässe nach Preußen; dasKammer- und übrige Civil-Personale wurde mit einem 3monat-lichen Gehalt entlassen. Am 13. Februar Nachmittags kam einFeldjäger nach Nachod, und brachte dem Grafen Götzen den kö-niglichen Befehl, die lange aufgeschobene Reise nach Wien sofortanzutreten, um dem östreichischen Kabinet die erforderlichen An-erbictungen für einen Beitritt zur Koalition zu überbringen. DerGraf ging daher am 14. zu seiner Bestimmung ab.
Der Major Stößel war noch am 11. Vormittags nach Wün-schelburg aufgebrochen, wohin ihm der Hauptmann Woermann,ehemaliger Artillerie-Offizier und bisheriger Brigade-Major des