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Zweiter Theil. Vierter Band.
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schlesischen Korps, als ein gewandte Offizier zur Führung derGeneralstabs-Geschäfte nachgesandt wurde. Ausgeschickte Kund-schafter und Patrouillen brachten die zuverlässige Nachricht, daßder Kommandant von Schweidnitz am 7. einen achttägigen Waf-fenstillstand mit dem Feinde geschlossen habe, und daß nach Ver-lauf desselben die Festung dem Feinde überliefert werden solle, daßferner hierdurch der Feind freie Disposition über die Blokade-Truppen erhalten, und mit einem Theil derselben bereits die Aus-gänge aus der Grafschaft Glatz in der Gegend von Neurode be-setzt habe. ' ) Es schien dem Major Stößel hiernach unzulässig,den Weg über Neurode oder Krainsvorf weiter zu verfolgen; erbrach um 6 Uhr Abends von Wünschelburg wieder aus, mar-schirte über Tuntfchcndorf, und unter dem Schutz einer sehr fin-stern Nacht in solcher Stille durch einen kleinen Theil Böhmens,daß die Kolonne, obgleich Braunau nur etwa 600 Schritt linksliegen blieb, ohne vom kaiserlichen Militär bemerkt zu werden,bereits um 6 Uhr Morgens am 12. mit der Tete das preußi-sche Dorf Göhlenau bei Friedland erreichte. Es waren unterdes Majors Befehl: die Kompagnien Rekowski, Borcke, Stengelund Freiburg, und die Schwadronen Stößel, Kleist und Wi-towski; die Kompagnie Stillfried, unter dem Befehl des Lieute-nants Frankenberg, kam gänzlich erschöpft um Mittag nach; imGanzen waren etwa 800 Mann Infanterie und 300 Pferde ein-getroffen. Auf diesem Marsch, und noch später, fanden sich eineMenge Soldaten, besonders Füsiliere, aus Schweidnitz mit völ-liger Armatur ein, welche erklärten, daß sie desertirt wären, umnicht auf eine schändliche Weise gefangen zu werden, daß sie aberbereit wären, für ihren König bis zu dem letzten Hauch zu fech-ten. Sie wurden den Kompagnien zugetheilt, und sind wahr-scheinlich mit unter die obige Zahl der Kombattanten begriffen.

In Göhlenau erhielt der Major Stößel die Nachricht, daß

l) Wir können nicht angeben, in wie weit die letztere Nachricht be-gründet war, und ob der Feind direkt von Schweidnitz her, oder der Ge-neral Lefebvre Truppen nach Peurode bereits am II. detaschirt habe. DieNachrichten des Feindes sind für diesen Theil des Feldzuges überaus dürf-tig und unzuverlässig.