Band 
Zweiter Theil. Vierter Band.
Seite
180
JPEG-Download
 

fcorf passiren, wo dann die Hauptgefahr vorüber schien, da manvon Tuntfchendorf her die Vereinigung mit dem Rittmeister Ei-scnschmidt und der ganzen zurückgebliebenen Kavallerie erwartete.Unglücklicherweise war der Befehl des Majors nicht befolgt wor-den; die Jäger und Schützen, durch die bisherigen Erfolge ver-wöhnt, waren dem Feinde bei Königswalde gefolgt. Die vomMajor abgeschickten Offiziere konnten wegen des Schnees in denBergen nicht fortkommen; er selbst war gestürzt und konnte sichkaum zu Pferde halten. Das Gefecht bei Königswalde wurdeimmer lebhafter; der Feind, bedeutend verstärkt, ergriff die Of-fensive und drängte den Lieutenant Witowski und die Jäger zu-rück, und zum Ueberfluß legte sich ein dichter, zwei Stunden an-haltender Nebel über die Gegend, so daß man nicht 4 Schritt vorsich sehen konnte, und nicht bemerkte, daß das feindliche 4. leichteBataillon unter dem Oberft-Lieuten. Zoller fortgesetzt das Stößel-sche Detafchcment links umging, und es gegen die östreichischeGrenze drängte, während das 6. Infanterie-Regiment demselbenauf den Fuß folgte. Die Schwadronen Kleist und Stößel, derLieutenant Rekowski mit etwas über 100 Jägern und 2 kleinenKanonen erreichten noch glücklich mit dem Major selbst Tuntschen-dorf, welches Dorf die Jäger des Lieutenants Rumbaum besetzthatten, während die Husaren desselben bei der Brücke von Schar-fencck auf dem Wege nach Neurode aufgestellt waren. Die an-dern Truppen des Stößeischen Detaschements hatten sich Schrittvor Schritt fechtend zurückgezogen, sich noch einmal auf den wal-digen Höhen vor dem östreichischen Dorfe Schönau aufgestellt,dort abermals ein langdauerndes heftiges Gefecht überstanden,waren aber dann, als sie in dem Nebel in der linken Flanke um-gangen und in dem Rücken bedroht wurden, nach Schönau reti-rirt, wo es noch zwischen den Häusern zum Gefecht kam, bis dasErscheinen östreichischer Husaren-Offiziere dem Blutvergießen einEnde machte. Die Bayern blieben so lange stehen, bis sie dieBestimmung der Preußen erfahren hatten, und zogen sich dannnach Schlesien zurück. Die preußischen Abtheilungen lösten sichim Böhmischen alsbald auf; die Mannschaften verkauften Waffenund Pferde; nur ein Theil wurde nach Braunau geführt und