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Zweiter Theil. Vierter Band.
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und Granaten gingen bis in die Friedrichsstadt. Das Feuerdauerte bis 10 Uhr, erneuerte sich am Mittage von 1—3, amAbende von 4^ — 7 Uhr, und richtete in der Stadt und an denWerken großen Schaden an.

In der Nacht zum 11. verhielt sich der Feind ruhig, undarbeitete an einer 2ten Parallele, deren rechter Flügel sich an dieStraße nach Mittel-Neuland lehnte, eine Ausdehnung von etwa600 Schritt hatte, und gegen 400 Schritt von der Kontrecskarpedes Vorgrabens entfernt blieb. Bei Tagesanbruch war sie nochin schlechtem Zustande, und der Laufgraben nach der Isten Pa-rallele noch sehr unvollkommen. —

Am 11. setzte der Belagerer das Feuer Morgens 4 Uhr,und in Unterbrechungen bis 7 Uhr Abends mit großer Heftigkeitfort, hatte aber in allen Batterien, besonders in der Blockhaus-Schanze, gegen das Feuer der Besatzung einen harten Stand, sodaß auch in diesem Werke seine Arbeiten nur sehr langsam vonStatten gingen. —

Die vielen Unglücksfalle, welche die Bürgerschaft die ganzeZeit hindurch erlitten hatte, und der erwähnte große Mangel anNahrungsmitteln bei dem armem Theil derselben, veranlaßten die-selbe, bei dem Gouverneur um die baldige Endschaft ihrer Leidenzu bitten. Sie erhielt zwar eine abschlägige Antwort, jedoch wurdeangeordnet, daß der bedürftige Theil der Bürgerschaft mit Mehlund Brod aus den Fcstungsmagazinen unterstützt wurde. Nach-mittags beim Aufziehen der Wache, als über 300 Offiziere undUnteroffiziere zur Parole im Bastion 1. versammelt waren, fieleine Bombe mitten unter den Haufen; doch nur 1 Offizier erhielteine leichte Verletzung. —

In der Nacht zum 12. versuchte der Feind, seine zweite Pa-rallele zu verlängern und zu vervollkommnen, doch wurden dieArbeiter durch das Kartätschfeuer der Enveloppe vertrieben. Nuraus den Batterien in der Linie nach der Blockhaus-Schanze, wur-den Granaten nach der Stadt geworfen.

Am 12. Mai Bombardement wie am vergangenen Tage.Es fand ein Kriegsrath statt, zu dessen Bciwohnung der Lieute-nant Rottenburg aufgefordert wurde. Er bestand aus dem Gou-