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Zweiter Theil. Vierter Band.
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Familie alle 3 Tage è Pfund Fleisch verkauft werden dürfte, sodaß man mit frischem Fleisch, incl. des Bedarfs im Lazarcth, biszum 5. Juli glaubte ausreichen zu können. In den Magazinenwar für die Garnison nur noch Pökelfleisch vorhanden. EineBrennerei war eingerichtet worden, um den Verbrauch an Brannt-wein ergänzen zu können. Ein Uebelstand war es, daß der Hopfenganz ausgegangen war, das Bier daher in 24 Stunden sauerwurde, während das Wasser der Festung, nach dem Verlustdes Röhrwassers durch den Feind, ebenfalls ziemlich ungenieß-bar war.

Am 6. Juni Nachmittags brachte ein feindlicher Trompe-ter ein Schreiben des Erbprinzen von Hohenzollern, worin der-selbe den Prinzen Biron von Kurland um eine Zusammenkunftersuchte, weil er ihm Sachen von der größten Wichtigkeit zu er-öffnen habe. Der Kriegsrath entschloß sich, den Prinzen Bironin Begleitung einiger Offiziere zu der erbetenen Zusammenkunftaus der Festung zu lassen. Der Prinz begab sich am 7. nachWiegschütz, wo der Erbprinz von Hohenzollern ihm Vorwürfemachte, daß er sich in Militär-Angelegenheiten mische, wozu ernicht bevollmächtigt sei, und ihm drohte, daß er, so wie alle un-ausgewechselten Offiziere, welche in Kosel Dienste leisteten, erschos-sen werden sollten, wenn er, der Prinz, es nicht dahin brächte,Laß die Festung kapitulire. Der Prinz Biron kam zurück, undder Kommandant versprach, ihm ein Attest auszufertigen, daß ersich nie in die eigentlichen Vertheidigungs-Angelegenheiten gemischthabe, und daher auch über die weitere Vertheidigung oder dieUebergabe der Festung kein Wort mitzusprechen habe.

Am 10. Juni Vormittags 10 Uhr, erschien der Erbprinzvon Hohenzollern abermals, und bat in wichtigen Angelegenheitenum eine Unterredung. Er wurde in die Kommandantur vor denKriegsrath gebracht, und forderte die Festung im Namen Jerome'sförmlich auf, mit der Erklärung, daß es die letzte Aufforderungsei, welche erfolgen würde. Der Kommandant weigerte sich, aufeine mündliche Aufforderung zu antworten, und nach vielen Wei-gerungen setzte sich der Erbprinz von Hohenzollern hin, und fer-tigte ein Schreiben an, in welchem er die vorläufigen Punkte einer