Band 
Zweiter Theil. Vierter Band.
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noch einem Offizier zur Armee des Königs zu gehen, um Höchst-denenselben einen allerunterthänigsten Rapport von dem Zustandeder Festung abzustatten; die Festung Kofel ergiebt sich den 16. Juliauf Kapitulation, wenn bis dahin kein Entsatz erscheint, wenn bisdahin Neiße übergeht, wenn der Feind mit einem gleichen Korps,als welches wenigstens 1500 Mann stark sein muß, Kofel blokirtbehält, wenn 10 Offiziere zur Armee des Königs gehen dürfen,ohne kricgsgefangcn zu sein, und wenn den Offizieren, denen derFeind Vorwürfe machen zu können glaubt, nichts geschieht." —

Dieses Aktenstück wurde von den sämmtlichen Anwesendenunterschrieben.

Der Erbprinz von Hohenzollern wurde wieder vorgelassen,und ihm mitgetheilt, daß man am 23. Juni Antwort ertheilenwerde. Als er sich hierauf nicht einlassen wollte, gab man nach,daß in Gegenwart der Stabsoffiziere die vorläufigen Kapitula-tionspunkte verabredet, aufgesetzt und unterschrieben wurden, undversprach, am folgenden Nachmittag 4 Uhr, die eigentlichen Ka-pitulationspunkte zu übersenden. Man schloß gleichzeitig einenWaffenstillstand mit 24stündiger Aufkündigung.

Am 11. Nachmittags brachten 2 Offiziere die vom Kom-mandanten entworfene Kapitulation nach Wiegschütz. —

Die Sterblichkeit hatte im Verhältniß zur Stärke der Gar-nison übcrhand genommen, und es war gar keine Aussicht vor-handen, daß sie wiederum abnehmen würde, weil sie eine Folgeder überstandenen Strapazen, mehr aber noch als alles Uebrige,des Heimwehs der oberschlesischen Kantonisten war. Es warenin den 10 Tagen vom 1. bis zum 10. Juni, wo man sich zurKapitulation entschloß, 103 Mann der Garnison begraben, so daßin den letzten Tagen täglich 14 Mann starben.

Am 13. Juni sandte der General Raglowich die entwor-fene Kapitulation französisch übersetzt, zurück. Es wurden noch ein-mal die am 10. versammelten Offiziere zusammcnberufcn, 2 Haupt-leute der Garnison noch hinzugezogen, und ihnen die Beweise vondem durch den Kommandanten ihnen bereits entworfenen Zustandeder Festung vorgelegt, woraus sie ersehen konnten, daß vom 8. Julian die Besatzung nur noch von Brot, Salz und Wasser leben,