Band 
Zweiter Theil. Vierter Band.
Seite
301
JPEG-Download
 

301

zusammenberuftn habe, um daselbst einige hundert Pferde, die vomLande rcquirirt worden, in Empfang zu nehmen. Um diese Pferdestatt des Feindes zu empfangen, setzten sich am 11. Morgens5 Uhr unter dem Kommando des Rittmeisters Manteuffel, 60Pferde von dessen Schwadron, die Kompagnien Reichmeister undEhrenberg, und 30 Schützen der Infant, in Marsch; der Haupt-mann Wörmann begleitete das Detaschcment. Es sollte dasselbebis Wartha vorgehen und dort einen Kundschafter abwarten, dernach Frankcnstein vorausgegangen war, um sich von der Aus-führbarkeit der Expedition zu unterrichten. Der Hauptmann Re-kowski marschirte von Reudek auf Heinrichswalde, um die rechteFlanke zu decken; der Hauptmann Borcke folgte dem Haupttruppmit 50 Mann, um hinter demselben die Defileen von Wartha zubesetzen, und den etwa von Patschkau vordringenden Feind zu be-obachten. Der Kundschafter kam zurück und erklärte die Expe-dition für ausführbar. Man rückte sogleich nach Frankenstein vorund in die Stadt hinein; r fc Cr Infanterie mit den 2 —6pfün-digen Kanonen blieb auf der Höhe diesseits der Stadt in Reserve.Die bayersche Bedeckung ergriff die Flucht, so daß nur 4 Manngefangen genommen wurden; dagegen fielen 217 requirirte Pferdeund 1000 Thlr. Kassengelder den Preußen in die Hände, welchesogleich nach Glatz zurückgeschickt wurden. Die brauchbaren Pferdewurden zur Reorganisation der Kavallerie und der reitenden Bat-terie Rozinski bestimmt; die untauglichen aber den Eigenthümernzurückgegeben.

An diesem Tage kam auch der Lieutenant Gayl von Wienmit 70,000 Thlrn. zurück, von welchen der Graf Götzen 20,000Thlr. für das Gouvernement von Glatz, 10,000 Thlr. für dasvon Silberberg und 40,000 Thlr. zur Errichtung, Armirung undBekleidung von Truppen bestimmt hatte. Der Major Stößelwurde mit dieser Formation beauftragt, und außer den bereits inder Bildung begriffenen 2 Schwadronen und 3 Schützen-Kom-pagnien noch dem Lieutenant Gayl die Erlaubniß ertheilt, einKorps Ulanen und Schützen zu errichten. Auch schickte der GrafGötzen die russischen und preußischen Relationen von der Schlachtbei Preuß. Eplau zur Erhebung der Gemüther. — Nunmehr