349
genheim, von Glatz nach Silberberg, um daselbst, mit Ausnahmeder letztem Kompagnie, den Vorpostendienst zu versehen, dagegenkehrte die Schwadron Manteuffel nach Glatz zurück, um diesenDienst in Gemeinschaft mit der Schwadron Schick, der Jäger-kompagnie Ehrenberg und der neu formirten SchützenkompagnieGliszinski, für Glatz zu übernehmen.
Nur der Major Losthin, welcher die Expedition führen, derMajor Graf Roggendorf und der Lieutenant Trabenfeld, welchesie begleiten sollten, wurden von dem Zweck derselben unterrichtet,um das Geheimniß zu bewahren. Sie wurden noch mündlichinstruirt, wie sie sich in Breslau zu verhalten, wie sie dort, sowie auf dem rechten Oder-Ufer alle Ranzionirten an sich zu zie-hen hätten, und für den Fall, daß sie bis in die Nähe von Bres-lau gekommen, aber wegen eingetretener, veränderter Umstände denOrt nicht nehmen könnten, versuchen sollten, über Brieg nach Ko-fel zu gelangen; daß sie ferner, wenn sie schon früher an derAusführung der Expedition gehindert würden, und nicht mehr di-rekt nach Silberberg zurückkehren könnten, sich in das hohe schlc-sische Gebirge zu werfen hätten, um längs der böhmischen GrenzeSilberbcrg oder Glatz zu erreichen, oder, im schlimmsten Fall, sichnach Sachsen zu wenden.
Der Graf Götzen wollte anfänglich selbst das Kommandoübernehmen, indessen da es nicht unmöglich war, daß die Trup-pen der Erpedition längere Zeit ohne alle Verbindung mit Glatzund Silberbcrg blieben, woselbst seine Gegenwart unumgänglichnothwendig schien, so zog er es vor, zurückzubleiben.
Der Abmarsch des Majors Losthin, nach der Dispositionauf den 10. gegen Abend festgesetzt, wurde durch verschiedene Um-stände verzögert; auch erhielt das Korps nicht die festgesetzteStärke. Der Lieutenant Gapl hatte zur Unterstützung des Lieu-tenants Negro nach der Gegend von Löwenberg eine ziemlich be-trächtliche Abtheilung detaschirt, die er nicht mehr hatte heranziehenkönnen, und langte mit dem Rest seiner Truppen bei den sehrschlechten Wegen erst am 10. Nachmittags in Silberberg an, wo dieMannschaften durchaus einer längeren Ruhe bedurften, um gefechts-sähig zu bleiben. Die Kompagnie von Blacha war noch nicht voll-