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wurde, behandelte man ihn als Spion, und nur der vielfachenVerwendung des Grafen Götzen gelang es, ihm das Leben zuretten. —
Am 5. Juni Vormittags hörte man eine starke Kanonadeaus der Richtung von Neiße. Der Graf Götzen nahm an, daßder Oberst Kalkreuth seiner Aufforderung zufolge den Waffenstill-stand aufgekündigt, und zugleich mit der Kavallerie den Versuchgemacht habe, sich durchzuschlagen. Er sandte alsbald den Ma-jor Massow mit den Feldwachen über Heinrichswalde, und gegenden Spitz- und Rehberg vor, um zu rckognosziren, während dieGarnison von Glatz, ercl. 2000 Mann, mit 4 —6Pfündern,2 —ZPfündern und 2 —7pfvigcn Haubitzen, so wie die sämmt-lichen leichten Truppen, aus dem Wege nach Wartha vorrückten,also im Ganzen 2800 M. Infanterie, 450 Pferde und 10 Fuß-geschütze. Für den Fall, daß die gedachte Voraussetzung begrün-det gefunden wurde, wollte der Graf sogleich über die feindlicheStellung bei Frankcnstein herfallen. Der Rittmeister Biebersteinerhielt den Befehl, von Silberberg aus, den Feind bei Franken-stein zu allarmiren.
Herzerhebend äußerte sich der Muth der Truppen bei dieserGelegenheit; sie fühlten Alle, daß von der Erhaltung von Reißedie eigene Erhaltung abhinge, und hatten durch das Gefecht amvergangenen Tage neues Selbstvertrauen gewonnen. Mit stür-mischer Hast eilten die leichten Truppen aus den entferntestenKantonirungen herbei, in welche sie zum Theil erst am Morgeneingerückt waren, besonders die Kompagnie Berswordt, welche erstmit Gewehren bewaffnet worden war. Die unberittenen Kavalle-risten forderten den Grafen Götzen durch den Lieutenant Einsicdelauf, sie an der Expedition Theil nehmen zu lassen, was nicht be-willigt werden konnte, da man keine Waffen für sie hatte; vielederselben waren bereits früher bei der leichten Infanterie einge-treten, um nicht länger müßig zu bleiben. Zwischen der Musik')
1) Außer 2 Hautboisten-Chören der Garnison hatten sich auch dieleichten Kompagnien kleine Musikbanden gebildet, deren Mannschaften aberauch Gewehre zum Fechten mit sich führten.