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mußte. Die täglich sich mehrenden Beweise von Verräthereicnveranlaßten den Grafen Götzen unter dem sehr thätigen Artille-rie-Lieutenant Trillitsch, der als Polizei-Bürgermeister in Landeckversorgt gewesen, aber wieder eingetreten war, eine Art geheimerPolizei- und Kunvschaster-Büreau zu errichten. Die Entdeckungder Verräther wurde zwar nicht erzielt, wohl aber gewährten dieKundschafter bedeutende Vortheile. Es wurden hierzu meistentheilsArtillerie-Handlanger, die in Schlesien zu Hause waren, verwandtund theils durch Patriotismus, theils durch das Versprechen desAbschiedes nach dem Frieden, zu größter Thätigkeit angespornt.Einer derselben ließ sich sogar, um sichere Nachrichten vom Feindeeinzuziehen, bei demselben anwerben. Dieses Alles, die unaufhör-lich eingehenden Rapporte, die nothwendigen Befehle, Dispositionenund Instruktionen, die vielfältige, meistens chiffrirte Korrespondenznach dem Auslande überhäufte den General-Gouverneur dergestaltmit Geschäften, daß er zum Nachtheil des Dienstes, bei seinemsiechen Körper sich nur wenig um die Details der Festung Glatzund des Festungsdienstes bekümmern konnte, und sich daher aufdie Berichte des Kommandanten und auf die gegebenen Befehleverlassen mußte.
Die Geldnoth hatte den höchsten Grad erreicht; noch hatteman nicht den Sold für die erste Hätfte des Junis auszahlenkönnen, und in sämmtlichen Kassen befanden sich nur 4000 Thlr.bares Geld. Der Graf Götzen sandte daher nun auch noch denGrafen Hardcnberg nach Wien, um von dort Hülfe zu schaffen,und beauftragte den von einer Reise zurückkehrenden Kreisdirek-tor Lüttwitz, eine erzwungene Anleihe im schlestschen Gebirge zumachen.
Vor Allem suchte der Graf Götzen indessen Zeit zu gewin-nen, und hierzu einen vortheilhaften Waffenstillstand mit demFeinde abzuschließen. Um sich zuvor von den Gesinnungen dessel-ben näher zu unterrichten, unterhandelte er durch den Major Gra-fen Dohna und den Hauptmann Wörmann über die Auswechse-lung der Gefangenen. Sie kam auch in Betreff der Offiziere,mit Ausnahme der Sachsen, wegen welcher man noch immerSchwierigkeiten niachte, glücklich zu Stande, und wegen der Gc-