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tev Königshayner Vorstadt, den niedern Theil des Roßmarktesund den Weg nach dem Holzplan unter Wasser setzen konnte.Noch vor der Ankunft des Grafen Götzen war indessen, bei einemVersuch zur Inondation, die Schleuse zerstört und der ganzeStadttheil im Wesentlichen seiner Deckung beraubt worden. —
Von der Existenz, der Behauptung der Stadt hing aber zuder in Rede stehenden Zeit wesentlich auch der Besitz der ganzenFestung ab, indem die zu Magazinen und Lazarethen schicklichsten,aber nicht bombenfesten, Gebäude in der Stadt lagen, und einErsatz in der Hauptfestung nicht aufzufinden war, da deren Räumenicht mehr als auf einen Monat Proviant zu bergen im Standewaren, und deren Kasematten durch die Besatzung so gedrängtvoll waren, daß die Mineurs und Handwerker in den feuchtenMincngallerien ein Unterkommen suchen mußten.
Nun sah man aber einem Feinde entgegen, der bisher beikeiner der angegriffenen Festungen, bis auf Danzig, eine einiger-maßen regelmäßige Belagerung geführt, sondern sich immer daraufbeschränkt hatte, statt gegen Wall und Mauern zu kämpfen, mitden Häusern Krieg zu führen, um theils durch Rücksicht auf dieEinwohner den Kommandanten günstig zu stimmen, theils durchBrand die Festung der Lebensrnittel, die Besatzung des Unter-kommens zu berauben, wo keine hinlängliche Kasemattirung vor-handen war. Er hatte sich bei solchem Verfahren wohl befunden,mit geringen Opfern viel geleistet, und war daher nicht einzu-sehen, warum er bei Glatz eine Ausnahme machen sollte, wo erso sehr durch die Lokalität begünstigt wurde.
Auf der Südostseite von Glatz erheben sich nemlich auf demrechten Neiße-Ufer in der Entfernung von 800 Schritt vom Fluß,bis auf 1000 Schritt vom Schäferberge, beinahe in einem Halb-zirkcl, ansehnliche Höhen, welche dem Feinde die Einäscherung derStadt sehr erleichterten. Er konnte von diesen Höhen die Häuserder Stadt mit bloßen Augen zählen, und das Einschlagen jederBombe genau beobachten, war aber auch von diesen Höhen, wenner sich einmal darauf festgesetzt hatte, nur schwer wieder zu ver-treiben. Von den sogenannten Schwedelsdorfer Höhen auf demlinken Neiße-Ufer konnte die Stadt zwar ebenfalls bombardirt