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Zweiter Theil. Vierter Band.
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welche die Kavallerie nun ebenfalls eindrang. In dem hierauffolgenden langdauernden Handgemenge wurden die tapfern Bay-reuther und Grenadiere endlich überwältigt, und es wäre nichtein Mann der Besatzung entkommen, wenn nicht der LieutenantBerswordt, verwundet aus der Schanze getragen, einen feindli-chen Offizier gebeten hatte, sich bei dem kommandirenden Offizierzu verwenden, daß das Blut der bereits überwältigten Mann-schaften geschont werde. Auf diese Weise blieben noch etwa 40 M.ohne Wunden; nicht ein Mann aber rettete sich. Ein Schützehatte bereits 5 Wunden, als er noch den bayerschen LieutenantFormentini, welcher auf einen preußischen Offizier eindrang, nie-derstieß; selbst der Kompagnie-Chirurgus hatte beim Eindringendes Feindes ein Gewehr ergriffen, sich tapfer vertheidigt, und warmit Wunden bedeckt gefallen. Der Feind selbst sprach mit En-thusiasmus von der Tapferkeit der Besatzung der Schanze Nr. 6.

Als der Hauptmann Stengel in der Schanze Nr. 5. undder Hauptmann Graf Schönaich-Karolath, welcher den Ober-befehl über die Schanzen Nr. 1. und 2. und das befestigte Pul-verhaus im Ziegeleigrunde führte, sahen, daß die übrigen Schan-zen vom Feinde genommen und die Reserve-Schanze überwältigtworden, räumten sie ihre Posten; der Hauptmann Stengel zogsich fechtend gegen die Jungfernschanze zurück, und erreichte die-selbe in voller Ordnung mit dem Verlust von 10 Mann; derGraf Schönaich-Karolath besetzte den Minoritenhof.

Von den geworfenen und fliehenden Truppen hatte sich, trotzdes Befehls, im Fall des Rückzuges nicht nach der Stadt, son-dern nach dem Raum zwischen derselben und dem Schäferbcrgzurückzugehen, Alles in völliger Auflösung nach der Jungfern-schanze geworfen, wo die Barriere zur Aufnahme der Verwunde-ten geöffnet worden war, so daß, wenn der Feind stark mit In-fanterie gefolgt wäre, es ihm gelungen sein würde, mit in dieseSchanze, ja vielleicht in die Stadt einzudringen. Man schloßzwar die Schanze, so daß ein Theil der Kompagnie Stengel aus-geschlossen wurde, doch war der Feind nicht gefolgt. Ein würt-tembergischer Hauptmann, welcher in der Frankensteiner Vorstadtmit 5 Mann von seiner Kompagnie abgedrängt worden, war al-