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Zweiter Theil. Vierter Band.
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den Dünen gegen den Hafen vorzudringen. Hier lag offenbar einsehr schwacher Punkt für die Vertheidigung, da ebenem der be-wegliche Boden alle Befestigungs-Anlagen höchst schwierig machte.

Wenn die so eben bezeichneten Verhältnisse bei nicht starkemFroste, Kolberg an sich zu einem starken Posten machten, beson-ders wenn der Kommandant umsichtig und die Besatzung starkgenug waren, um von allen sich darbietenden günstigen Terrain-gestaltungen durch die von der provisorischen und Feldbefestigungzu entnehmenden Mittel Vortheile zu ziehen, so zeigt auch dererste Blick auf die weitere Umgebung von Kolberg die Richtig-keit der am Eingänge bereits gethanen Aeußerung, daß die-selbe sich mit geringen Mitteln zu einem verschanzten Lager fürbedeutende Kräfte umgestalten ließ, so daß Kolberg dadurch ganzgeeignet wurde, zu Unternehmungen der mit Preußen verbündetenSeemächte benutzt zu werden. —

Gleich den übrigen Festungen des preußischen Staats rechtsder Elbe befand sich aber auch Kolberg am 23. Oktober 1806,als die offizielle Nachricht von den Niederlagen an der Saale ein-traf, in einem trostlosen Zustande; es waren-gar keine Vorberei-tungen zur Vertheidigung getroffen worden. Wegen des zu be-sorgenden Krieges mit Rußland waren zwar 1805 die Werke amHafen und die Kirchhofs-Schanze in Vertheidigungszustand gesetzt,ebenso im Jahre 1806 wegen der Differenzen mit Schweden dasAugenmerk auf diese Seite Kolbergs gerichtet worden; jedoch hatteman auch diese Werke im September wiederum entwaffnet.

Die Festungswerke selbst waren in leidlicher Verfassung, aberes fehlte an Pallisaden, Faschinen und Schanzkörben; eine Ueber-schwemmung erhob, wie gezeigt worden, die Widerstandsfähigkeitder Festung sehr bedeutend, aber man hatte die Schleusen gänz-lich vernachlässigt und sie befanden sich in einem sehr mangel-haften Zustand. — Die Artillerie der Festung reichte kaum aus,einen Theil des Hauptwalles zu besetzen, und war besonders mitWurfgeschütz völlig unzureichend ausgerüstet, denn man zählte nur72 brauchbare Geschütze, nämlich:

IV.

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