Band 
Zweiter Theil. Vierter Band.
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Festung nicht vor Ende Februars 1807 bedroht zu sehen, denihm anvertrauten Posten nicht ohne Weiteres übergeben habenwürde. Was man dem Obersten Lucadou zur Last gelegt hat,traf seine Einsicht, nicht seinen Willen, und so manche Klage istvom Unverstand und von verletzter Eitelkeit erhoben worden. Esist nicht Jedermanns Sache in ungewöhnlichen Zeiten auch Un-gewöhnliches zu leisten. Die Zeit des Obersten Lucadou war imVergehen; man darf sich daher nicht wundern, daß er sich nichtsogleich in die Ansichten der neu eintretenden Zeit zu findenwußte. Man darf vor Allem aber nicht übersehen, daß er vonden Personen, die für die Vertheidigung der Festung seinen näch-sten Rath bilden sollten, nur sehr dürftig unterstützt wurde, unddie Bildung des damaligen preußischen Jnfant.-Offiziers nur insehr seltenen Fällen gestattete, das was dem Ingenieur rc. abging,aus eigenen Mitteln zu ersetzen. Daß der Kommandant seinemKönige treu ergeben war, beweist sein Eifer gegen die Stettiner-Kammer, welche die ihr untergeordneten Behörden aufgeforderthatte, dem französischen Kaiser zu schwören, obgleich die Franzo-sen die Provinz auf dem rechten Oder-Ufer nur zum kleinen Theilberührt hatten. Daß er auch nicht ohne die nöthige Energie war,das zu vertreten, was seine Einsicht gut geheißen hatte, beweist,daß er die Landräthe anwies, dem Verlangen jener Kammer keineFolge zu geben, vielmehr die einzuziehenden Abgaben der Kom-mandantur einzuliefern und deren Anordnungen in militärischerHinsicht pünktlich zu befolgen *).

Die Artillerie des Platzes kommandirte der 63jährige, kränk-liche Major Matke, der fortgesetzt nur durch eine äußerst geringeAnzahl Artillerie-Offiziere unterstützt wurde.

Ingenieur-Offizier des Platzes war der Hauptmann Döring;ihm zur Seite stand der wieder eingetretene Lieutenant Böhn und

I) Es ist hier die Persönlichkeit des Kommandanten absichtlich beson-ders bervorgehoben worden, weil die wunderlichen Verhältnisse Kolbergsleicht eine falsche Vorstellung von derselben hervorrufen könnten, und derKolberger Bürger Rettelbcck, dessen Verdienste übrigens wohl anzuerkennenbleiben, in seiner Biographie sich bewogen gefunden hat, jenen würdigenMann öffentlich zu verunglimpfen.

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