Band 
Zweiter Theil. Vierter Band.
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Kanone zum Schweigen gebracht, weil die schlecht gedeckte Bedie-nungsmannschaft theils getödtet, theils verwundet war. Der Feindrückte nun zum Sturm auf dem Damme vor. Der LieutenantFabc ließ ihn auf etwa 200 Schritt herankommen, und empfingihn dann mit der ersten, aus einem Kugel- und Kartätschschußbestehenden Ladung. Dieser und ein zweiter Kartätschschuß hatteneine so gute Wirkung, daß der Feind sich mit Unordnung zurück-zog. Ein zweiter und dritter Sturm wurden mit gleichem Er-folge abgeschlagen.

Durch das feindliche Tirailleurfeuer wurden aber nach undnach fast alle Artilleristen getödtet oder verwundet; die Bedienungdes Geschützes begann zu stocken, der Muth zu sinken. Der Lieu-tenant Fabe feuerte die geschmolzene Besatzung durch das eigeneBeispiel und die Mittheilung von dem versprochenen baldigen Er-scheinen des Schill'schen Korps, wiederum an. Infanteristen wur-den zur Bedienung des Geschützes herangezogen, und wenn dieseauch etwas langsam von Statten ging, so wurde der Feind dochnoch durch das Feuer eine Zeit lang zurückgehalten.

Gegen Mittag war die Infanterie-Munition ganz ausge-gangen und bald hatte der Lieutenant Fabe auch für seine eineKanone nur noch 2 oder 3 Kugel- und Kartätschschuß, als derFeind zum vierten Sturm mit den Garde-Füsilieren unter demObersten Boper heranrückte. Beim Ueberschreiten des Durchstichserhielt der Feind den letzten Schuß und erstieg nun unaufhaltsamdie, nur von wenigen Infanteristen besetzte Brustwehr. Was vondiesen übrig blieb, floh nach dem großen Amtshause, in welchembereits die Schanzbaucrn und die Verwundeten untergebracht wa-ren. Der nachfolgende Feind schlug Thüren und Fenster ein, undrichtete durch dieselben, trotz des Geschreies um Gnade von Sei-ten der in einen engen Raum zusammengedrängten Landleute, einmörderisches Gewehrfeuer auf dieselben, drang dann in das Ge-bäude ein und wüthete nun mit Seitengewehr und Bajonett un-ter den Wehrlosen, selbst der Weiber und Knaben unter denselbennicht schonend. Die französischen Offiziere machten endlich diesemGemetzel auf Befehl des Generals Teuilö, der durch den Bur-gemeister Linde über das Vorhandensein der Landleute aufgeklärt