Band 
Zweiter Theil. Vierter Band.
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In der That war der Marschall in Folge eines aus Fin-kenstein vom 7. April datirten Befehls Napoleons an diesem Tagemit dem mitgebrachten 72. Linien-Jnfanterie-Regiment, dem 2. Ba-taillon des 1. italienischen Linien-Regiments, dem 2. holländischenKürassier-Regiment und 2 Schwadronen des 3. Chasseur- Regi-ments eiligst zur Verstärkung des Generals Granjean aufge-brechen, so daß unter dem General Teulis wohl nur 5 BatailloneItaliener und 1 Schwadron Chasseurs, oder etwa 4000 Mannzurückgeblieben waren und die Garnison von Kolberg, Inbegriffendes Schillschen Korps, in Etwas überlegen gewesen sein dürfte.

Unter diesen Verhältnissen schien dem Rittmeister Schill derAugenblick gekommen, um einen großen Ausfall aus Kolberg zuunternehmen, das geschwächte Blokadekorps zu schlagen und überWollin und Usevom mit den Schweden in Verbindung zu treten.Er fand jedoch den Obersten Lucadou augenblicklich nicht günstiggestimmt. Da derselbe nun seit der Rückkehr der Kavallerie wie-derholt über die Schwierigkeit der Unterhaltung und über dieUeberflüssigkeit derselben geklagt hatte, so beschloß Schill, sich we-nigstens mit dieser Waffe den Weg nach der Insel Wollin zubahnen, und seinen alten Plan, diese und die Insel Usedom inBesitz zu nehmen und sie in Vertheidigungsstand zu setzen, inAusführung zu bringen. Bereits früher hatte er mit dem Land-rath Flemming in Kammin eine Rekruten-Aushebung auf denInseln entworfen, nach welcher auf 2 Bataillone gerechnet wurde,deren Formation der alte, sehr invalide pensionirte Oberst Wer-ner, sobald die Besitznahme durch die Schweden erfolgt sein würde,übernehmen wollte. Außerdem zählte man auf eine große MasseRanzivnirter, die noch immer umherstreiften. Gleich nach demEintreffen der Nachrichten von dem Vorrücken der Schweden, hatteder Rittmeister Schill bereits den zu seinem Korps übergetretenenLieutenant Blankenburg nach Usedom geschickt, um dort die zer-streuten Ranzivnirten zu sammeln und daraus ein leichtes Ba-taillon und so viel Kavallerie als möglich zu formiren, ihm zuden nöthige» Ausgaben auch 1600 Thlr. mitgegeben.

Bevor Schill den Marsch mit der Kavallerie antrat, wollteman sich indessen, im Einverständniß mit der Kommandantur, des

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