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daher vorzugsweise die vielen auf den Wällen stehenden unbrauch-baren Geschützröhre durch englische, indem man diesen die altenLaffeten anpaßte, so gut es gehen wollte und auch wohl wie-derum zu Blockschlitten die Zuflucht nahm. Zur Herstellung neuerLaffeten fehlte es an Holz, an Kohlen, an geübten Arbeitern.Alle Stellmacher, Schlosser und Schmiede der Garnison und Bür-gerschaft wurden zur Instandsetzung der Festungs-Artillerie in An-spruch genommen und leisteten willig und unverdrossen, was manihnen zumuthete. Ein Schmidt versuchte es sogar, bei dem an-fänglich fühlbaren Mangel an leichtem Geschütz, einen eisernen4Pfänder zu schmieden, für welches Kaliber man einen sehr gro-ßen Verrath von Kugeln besaß. Das Rohr war aus Stäbenund Ringen zusammengesetzt, dann so gut als möglich gebohrtworden und hielt die Probe aus. Das Eintreffen des englischenGeschützes machte diese Arbeit überflüssig.
Die Artilleristen auf den Aussenposten wurden mit englischenGewehren und Säbeln bewaffnet.
Am 29. April erschien auf der Rhede von Kolberg die schwe-dische Fregatte „der Fährmann" unter dem Major Follin zurUnterstützung der Festung. Sie führte 2 — 36- und 26 — 24-pfündige Kanonen und 18—24pfündige Karonaden, oder 46 Ge-schütze. Leider ging das Schiff 20' tief, so daß es sich nur beigünstigem Winde und mit großer Vorsicht dem Strande nähernkonnte, aber immerhin war sein Auftreten ein sehr willkommenes,da die 36- und 24 pfündigen Kanonen eine ganz außerordentlicheSchußweite hatten. Zweckmäßiger als dieses Kriegsschiff, wärenfreilich wohl ausgerüstete Kanonenboote gewesen, um den im Bin-«enfelde vorgehenden Feind in der Flanke zu beunruhigen undsein Vorschreiten längs des Strandes zu erschweren, besondersaber um die rechte Flanke der Maykuhle zu schützen; aber dieFestung besaß kein einziges derartiges Fahrzeug. Der MajorGneisenau, der kein Mittel zur Erhöhung der Vertheidigung un-versucht ließ, befahl 3 einigermaßen passende Boote im Hafen zuKanonenbooten, unter Leitung des Bürgers Nettelbeck, herzurich-ten und der Lieutenant Fabe fügte später ein viertes hinzu. Jedesderselben wurde mit einem 3 Pfänder bewaffnet, der auf einem