Band 
Zweiter Theil. Vierter Band.
Seite
584
JPEG-Download
 

584

auch ganz zweckmäßig sein mochte, so lange man noch auf ge-frorne Gräben rechnen mußte, und der Verrath an Pallisadennur gering war. Die Polygone der am meisten ausgesetzten Fron-ten — der Lauenburger und Bütower — wurden sogleich palli-sadirt und zu dem Ende die auf der minder ausgesetzten Mün-der-Front bewirkte Pallisadirung von den inneren Werken wiederentfernt. Die Maykuhle war bereits vollständig verschanzt, dochbedurften die Arbeiten täglicher Nachhülfe; der bewegliche Sandzerstörte oft in wenigen Stunden das Werk mehrerer Tage. DerLieutenant Fabe wurde mit der Verstärkung der Befestigung durchsolideres Profil, durch Vermehrung der Annäherungs-Hindernisseund Anlage von Traversen auf den der Enfilade ausgesetzten Li-nien, beauftragt. Zur Anlage von Blockhäusern und eines Brücken-kopfes und zur Verstärkung des schwachen rechten Flügels kam esnicht mehr; man rechnete bei der Vertheidigung dieser schwachenStelle hauptsächlich auf die Kanonenboote, die bei ruhiger Seein der Regel rückwärts der Strandsperre hinter dem rechten Flü-gel vor Anker lagen, und auf die Mitwirkung der schwedischenFregatte, zu deren Qrientirung man für den Fall eines nächtli-chen Angriffs auf den Dünen vor der Verschanzung ein Signalerrichtete, das aus einer hohen Stange bestand, an der drei La-ternen aufgezogen werden konnten. Die Floßbrücke über die un-tere Persante wurde auf Befehl des Majors Gneisenau in eineSchiffbrücke, zu der die größten und stärksten Boote ausgesuchtwurden, verwandelt, so daß Kavallerie und Artillerie die Brückeohne abzusitzen überschreiten konnten. Es würde vielleicht nochmehr für die Sicherung der Maykuhle geschehen sein, wenn nichtzu dieser Zeit die ganze Aufmerksamkeit und alle disponiblenKräfte auf das Binnenfeld gelenkt worden wären, während derFeind seit dem 12. April keinen weiteren Versuch auf die May-kuhle gemacht hatte und auch bis gegen das Ende der Belage-rung auf dieser Seite nur durch Patrouillen und Streifparteienseine Gegenwart bemerkbar machte.

Die sehr erponirte Lage des kostspieligen Gradirwerkes wollteder Major Gneisenau, wenn dazu Zeit und Kräfte vorhandenwaren, durch die Anlage eines Werkes um das Dampfmaschinen-