Band 
Zweiter Theil. Vierter Band.
Seite
618
JPEG-Download
 

618

wiederum die Stadt mit Granaten beworfen hatte, begann derBelagerer

am 10. Juni mit Tagesanbruch ein so heftiges Feuer ge-gen den Wolfsbcrg, daß die Besatzung in den bedeckten SaillantsSchutz suchen mußte. Besonders litt die Bedienungsmannschaftder Artillerie durch das Büchsenfeuer der Schützen beider sächsi-scher Linien-Bataillone aus den Trancheen gegen die Scharten.

Nachdem in der Nacht zum Uten der Bau der großenBatterie Nr. 24 . trotz des unausgesetzten Regens, der das Ter-rain so aufweichte, daß die Arbeiter bis an die Knöchel im Was-ser standen, und trotz des Feuers vom Wolfsbcrge, vollendet und8 Geschütze in dieselbe eingeführt worden waren, gab um ,3 UhrMorgens

am 11. Juni ein Schuß aus dieser Batterie das Signalzur Eröffnung eines allgemeinen Feuers aus 30 Kanonen undMörsern auf die Grenadier-Schanze. Um 4 Uhr eröffneten auchdie Batterien auf dem Klosterfelde und bei der Altstadt ein hef-tiges Feuer aus Mörsern und Kanonen auf die Stadt, um dieAufmerksamkeit der Besatzung zu theilen.

Das überlegene Geschütz- und Büchsenfeuer brachte die Ar-tillerie des Wolfsberges, welche nur 5 Geschütze gegen den An-griff in Thätigkeit hatte, nach und nach zum Schweigen. Um8 Uhr Morgens füllten sich die Laufgräben mit feindlichen Trup-pen. Gegen 9 Uhr legte sich die schwedische Fregatte in die Ver-längerung der Parallele und richtete ihr Feuer auf die Batteriendes rechten Flügels, während die Festung die Batterien des lin-ken Flügels beschoß und bewarf, wodurch es gelang, in etwasdas feindliche Feuer von der Grenadier-Schanze abzulenken unddie Artillerie derselben wieder in eine leibliche Verfassung zu setzen.Mit der höchsten Ausdauer und Unerschrockenheit gaben sich dieArtilleristen der schwierigen Bedienung der Geschütze hin und dieArtilleric-Unteroffiziere Platz, Post, Voß und Schanzer bedientendie Geschütze zuletzt selbst, so lange als dies überhaupt noch zu-lässig war, mit Hülfe der an die Stelle der getödteten Artilleri-sten eintretenden Grenadiere. Ein Theil der Besatzung lag mitdem Gewehr in der Hand auf dem Banket der feindwärts ge-