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So endete die denkwürdige Belagerung von Kolberg, 45 Tagenach eröffneten Trancheen und in einer Entfernung von der Fe-stung, wo unter den gewöhnlichen Verhältnissen die Belagerungkaum zu beginnen pflegt. Und was veranlaßte solchen Aufent-halt? Lediglich die Umsicht und die Energie, mit welcher der Kom-- mandant die günstigen Terraingestaltungen um Kol?erg bei einertapferen und verhältnißmäßig starken Besatzung, 5 u einer sehraktiven Vertheidigung zu benutzen verstand. Dem Major Gnei-senau gebührt um so mehr Anerkennung, als ihm Niemand mitRath zur Seite stand, Alles was geschah, von ihm ausgehenmußte, er ausschließlich auf die völlige Hingabe sei..er Unterge-benen und der Bürgerschaft zählen durfte. Das V rhalten desKommandanten, nachdem der Feind seinen Hauptangr ff auf demBinnenfelde ausgesprochen hatte, war um so weiser, ils es dasEinzige war, das die Festung dem Könige erhalten konnte, da beidem Mangel an bombensicheren Räumen, und bei dem zur Zeitvon dem Feinde überall in Anwendung gebrachten Verfahren —durch ein Bombardement Krieg mit den Häusern statt mit denWällen zu führen — auch Kolberg sehr bald nach dem Verlustseiner Magazine durch Hunger zur Uebergabe genöthigt wordenwäre, wenn es nicht gelang, den Feind auf lange Zeit hin vonder Festung fern zu halten und ihm ein wirksames Bombarde-ment zu verbieten.
Der Major Gneisenau hat zwei Wege eingeschlagen, sich denFeind vom Leibe zu halten, nämlich
1 ) daß er alle dem Vertheidiger zu Gebote stehenden Mittelder Feld- und provisorischen Befestigung zu Rathe zog, um mitBenutzung des gegebenen Terrains, dem Feinde selbst entgegen zugehen, statt, seinen Angriff hinter den Werken zu erwarten. DerFeind wurde dadurch genöthigt, die immerhin elenden, ihm entge-gen geworfenen Werke durch den förmlichen Angriff zu nehmen,da eine tüchtige Besatzung, unterstützt von einer intakten Artille-rie, zwar nicht immer verhüten kann, daß solche Werke durch dengewaltsamen Angriff augenblicklich verloren gehen, wohl aber, daßder Belagerer sich in ihnen festsetzt, bevor er nicht aus den zuvor