Band 
Zweiter Theil. Vierter Band.
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gearbeiteten Trancheen hinlänglich und zeitgerecht unterstützt wer-den kann;

2) daß er durch fortgesetzte, kräftige Ausfälle den Feind nö-.thigte, auch selbst bei dem Vorgehen gegen die improvisirten Werkemit großer Behutsamkeit zu verfahren. Der Belagerer that vorKolberg keinen Schritt früher vorwärts, als bis er den bereitsgethanen vollständig gesichert hatte; seine meist mit Flanken ver-sehenen Horizontal-Batterien wurden zum größern Theil vor dieLaufgraben gelegt, durch einen 7—8' tiefen, pallisadirten Grabenumgeben und in der Kehle durch Pallisaden geschlossen, um sodurch ein Bestreichen der Parallelen der Länge nach und durchdie zeitraubende Arbeit jener Hindernißmittel, den Ausfällen mehrWiderstand entgegensetzen zu können, da vbenein eine zeitgerechteUnterstützung über die schmalen Dämme so lange ihre Schwierig-keiten hatte, als bis man durch eine größere Ausdehnung derTrancheen, eine größere Anzahl Truppen in Bereitschaft zu hal-ten im Stande war.

Die Vertheidigung von Kolberg gewährt wie keine andereein lehrreiches Beispiel, was der Kommandant durch ein aktivesVerhalten des Ingenieurs und der Besatzung zu leisten vermag.Es setzt aber allerdings voraus, daß das Terrain vor den Wer-ken dem Ingenieur günstig ist, und daß die Besatzung stark genugist, um auch die Festungswerke noch kräftig vertheidigen zu kön-nen, wenn der Feind nach dem Kampfe außerhalb der Festung,nun endlich doch vor den Wällen erscheint. Wollte man sich miteiner schwachen Besatzung auf ein Herausgehen einlassen, so würdeman in den meisten Fällen höchst thörigt verfahren, da ohne ver-hältnißmäßig große Verluste solche Art der Vertheidigung nichtabgeht. Hatte doch der Major Gneisenau in Folge der letztenblutigen Ausfälle bereits die Besatzung der wichtigen Mapkuhleschwächen müssen. —

Das Verfahren der Franzosen vor Kolberg erscheint in grel-lem Gegensatz gegen das vor Danzig beobachtete. Während manhier, wie gezeigt worden, cavalièrement zu Werke ging und da-durch die Eroberung verzögerte, auch bei einer großen Stadt wie