Band 
Zweiter Theil. Vierter Band.
Seite
693
JPEG-Download
 

693

bereits im Einschiffen auf die daselbst stationirte Abtheilung derScheeren- Flotte fand, jedoch noch einen Theil derselben ereilte,nach lebhaftem Widerstand die Stadt eroberte und, nach franzö-sischen Angaben, noch 500 Mann zu Gefangenen machte und3 Geschütze eroberte.

Napoleon hatte den M. Mortier bereits unterm 5. Märzautorisirt, mit den Schweden einen Waffenstillstand abzuschließen,weil er wünschte, die Kräfte, die er jetzt gegen die Schwedenverwenden mußte, zur großen Armee heranziehen zu können. DerMarschall hatte demgemäß dem General Essen Vorschläge gemacht,war aber zurückgewiesen worden. Der schwedische General, durchdie erlittenen Verluste bewogen, nahm nunmehr jene Unterhand-lungen auf und am 18. April wurde auch in der That zu Schlatt-kow bei Anklam ein Waffenstillstand mit zehntägiger Aufkündi-gung geschlossen. Den Artikeln desselben zufolge sollten zwischenbeiden kriegführenden Parteien die Peene und Trebel die Demar-kationslinie bilden, die Franzosen jedoch einen Posten jenseits derPeene und hinter dem Abschnitt von Anklam behalten. DieSchweden verpflichteten sich, am folgenden Tage die Inseln Use-dom und Wollin zu räumen, während des Waffenstillstandes denFestungen Kolberg und Danzig, auch keiner mit Frankreich oderseinen Verbündeten kriegführenden Macht, weder Mittel- noch un-mittelbar Hülfe zu leisten, so wie keine Landungen in Schwedisch-Pommern zu gestatten und selbst wenn Truppen auf höherem Be-fehl landen sollten, das feindliche Auftreten derselben gegen dieFranzosen zu verhindern').

Nachdem der M. Mortier noch Verstärkungen — wahrschein-lich das 3. und 15. Linien- und das 8. provisorische Infanterie-Regiment — erhalten hatte, verlegte er seine Infanterie in Kan-tonirungen zwischen Stettin und Pasewalk, besetzte die InselnUsedom und Wollin, und breitete seine Kavallerie in Mecklenburg-Strelitz aus. Hauptquartier in Stettin.

Der Marschall hatte, als sich die Unterhandlungen wegen

1 ) Mit Bezug darauf, daß dieser Waffenstillstand nicht mit dem Kö-nige von Schweden, sonder» mit dem General Essen geschlossen worden war.