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Das Kriegswesen der Kaiserlichen und Schweden zur Zeit des dreissigjährigen Krieges : mit besonderer Rücksichtnahme auf Aufbringung, Ergänzung, Unterhalt und Kriegszucht der Truppen : nebst den Schlachten bei Breitenfeld und Lützen / bearbeitet und kritisch beleuchtet von J. Heilmann
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ren, 160 Musketieren und 20 Hellebardieren. Diese werdenvom rechten Flügel ab so aufgestellt:

80 Musketiere in 4 Gliedern,

60 Pikeniere in 5 Gliedern,

2 Rotten Hellebardiere zu 5 die Fahne,

60 Pikenieren und

80 Musketiere, wie auf dem rechten Flügel.

Auf dem Marsche führt der Hauptmann die Compagnieund 10 Rotten der Musketiere vom rechten Flügel, ein Feld-webel führt die 10 andern Rotten, ein zweiter Feldwebel diefolgenden 14 Rotten Pikeniere und Hellebardiere, der Fahndrichführt die andere Hälfte derselben; nach ihm kommt der Lieute-nant mit 10 Rotten Musketiere, und endlich der dritte Feld-webel mit den letzten 10 Rotten, alles in Reihen; Rotten undGlieder zwei Schritt von einander, damit jeder sich frei nachallen Seiten bewegen könne. Die Fahnen von zwei Com-pagnien rangirten zusammen und formirten, wenn die Com-pagnien in Reih und Glied hintereinander standen, zusammen8 Glieder. Formirte ein Regiment ein volles Ouarree, sobekam es den Namen einer Eskadron oder 'eines Geschwaders.Wallenhausen giebt zur Formation solcher Quarrees verschiedeneAnordnungen, und fügt noch hinzu, daß solche in Ungarngegen die Türken stets gebraucht worden. Gewöhnlich standenin solchen Vierecken die Pikeniere in der Mitte, und dieMusketiere 3 Mann hoch um das ganze Quarree. Neben-bei fehlte es nicht an taktischen Spielereien, Achtecken, Kreu-zen und Zirkeln, also tont oommv ober nous, d. h. wie esvor der Revolution war*).

Alle Marschbewegungen geschahen im Gleichschritte, wasso viel uns bekannt ist, nur von Burgus erwähnt wird.Wie wäre es aber auch möglich gewesen so kolossale Schlacht-haufen in Ordnung fortzubewegen, wenn der Gleichschritt ge-mangelt hätte. Der unverlässige Bülow irrt sich daher sehr,

*) Geschichte des Kriegswesens. IV. Abtheilung. HandbibliothekS. 81, 82 und 83.