Buch 
Das Kriegswesen der Kaiserlichen und Schweden zur Zeit des dreissigjährigen Krieges : mit besonderer Rücksichtnahme auf Aufbringung, Ergänzung, Unterhalt und Kriegszucht der Truppen : nebst den Schlachten bei Breitenfeld und Lützen / bearbeitet und kritisch beleuchtet von J. Heilmann
Seite
111
JPEG-Download
 

Zuweisen wurden die Pontonsbnicken, wenn Mangelan Wagen oder an Pferden war, zu Wasser tranSportirt.

Die Uebergänge der Schweden über die Düna, Weich-sel, Oder, Elbe, den Main, Rhein und Lech geschahen mit-telst tragbarer Brücken. 1628 geschah der Uebergang überdie Weichsel mittelst dreier fliegender Brücken, wozu die er-forderlichen Schiffe auf leichten Wagen herbeigeschafft wurden.1631 geschah der Uebergang über die Wartha bei Landsbergmittelst einer Floßbrücke.

Zu den lehrreichsten und interessantesten Uebergangenwährend des ganzen dreißigjährigen Krieges gehört ohne Zwei-fel jener über den Lech den 5. April 1632, weshalb wirnicht umhin können, diesen Uebergang näher zu beleuchten.Unter den vielen Beschreibungen dieses Ucbergangeö gebührtunstreitig jener in dem dritten Hefte 1843 der Zeitschrift fürKunst, Wissenschaft und Geschichte des KriegeS der erstePlatz. Dieselbe ist nach einer im königlichen schwedische»Kriegs-Archiv vorgefundenen urkundlichen Handschrift und dazugehörigem Plane bearbeitet. Wir fühlen uns verpflichtet,dieses wichtige Dokument den geehrten Lesern gerade so wieder-zugeben, wie sich dieselbe in oben zitirter Zeitschrift befindet.

Gustav Adolfs Uebergang über den Lech*)am 5. April 1632.

Das Vordringen Gustav Adolfs von der obern Pfalzdurch Franken gegen die Donau ließ den bestürzten Kursür-

*) Gustav Adolfs Uebergang über den Lech gehört zu denkühnsten kriegerischen Unternehmungen; er ist bald als ein vollwichtige»Beispiel der Belehrung, als ein Beweis der Richtigkeit hingestellter stra-tegischer Lehren, bald als ein nachahmungswürdiges Muster für taktischeMaßregeln bei Flußübergangen benutzt worden. Nicht gar selten hat dengroßen Feldherrn auch eine tadelnde Kritik über sein allzu gewagte-, undden strengen Lehren der Taktik nicht ganz entsprechendes Verfahren ge-troffen. Solle» alte diese Urtheile einen reellen Werth habe», so müssendie von Gustav Adolf getroffenen Maßregeln, auf welche sie sich stützten,