Buch 
Das Kriegswesen der Kaiserlichen und Schweden zur Zeit des dreissigjährigen Krieges : mit besonderer Rücksichtnahme auf Aufbringung, Ergänzung, Unterhalt und Kriegszucht der Truppen : nebst den Schlachten bei Breitenfeld und Lützen / bearbeitet und kritisch beleuchtet von J. Heilmann
Seite
135
JPEG-Download
 

135

1621 verschanzte der König sein Lager auf,einem Sand-hügel östlich von Riga in 4 Abtheilungen, 1627 bei Dir-schali und 1629 unter den Mauern Marienburgs. 1630nach der Landung auf der Insel Usodom wurde sogleich aneinem verschanzten Lager gearbeitet, wozu die Verschanzungen,welche vom Einfalle der Dänen in Pommern her sich vor-fanden, benutzt wurden. Bald stand das Heer in einemverschanzten und mit Geschütz versehenen Lager, welches daöDorf Panemunde in sich begriff. Der König*), welcher zu-erst an daö Land gestiegen war, nahm selbst zuerst den Spa-ten in die Hand, und während die Landung vor sich ging,arbeitete die eine gelandete Hälfte der Mannschaft unaufhör-lich a» Errichtung von Schanzen, indeß die andere streitfertigunter den Waffen stand. So wurden eilf Regimenter wah-rend der Nacht gelandet; die übrigen folgten. Die Kanonen,der Troß und die Reiterei zuletzt. 1632 hatte der KönigNürnberg gleichsam umgürtet, wie ein Heiligthum, daö manvertheidigen müsse**). Der Umfang seines ,Lagers betrugeine gute deutsche Meile. Er hatte sich des Terrains zu sei-nem Vortheil bedient, und die Anhöhen besetzt. Die Linienwurden durch bastionirte Werke, und da, wo keine solchenWerke waren, durch Rcdoutcn vertheidigt; vor allen Eingän-gen waren halbe Monde aufgeworfen; andere beschützten dievorgeschobenen Posten. Der Graben, welcher die Verschan-zung umgab, war allenthalben 12 Fuß breit und 8 Fuß tief,waö nach Bülows Meinung eine zu schwache Angabe für dieGustav'schen Profile zu sein scheint. Die Pegnitz, welchedurch die Stadt fließt, theilte das Lager in zwei ziemlichgleiche.Theile, welche durch Brücken zusammenhingen. Wie

*) Bei der Befestigung von Stettin 1630 befand sich der Königden ganzen Tag bei seinen Soldaten, und ließ jeglichem Mann, wenner 20 Fuhren Erde gethan hatte, einen Labetrunk von Bremer oder Dan-ziger Bier geben.

Harte- Das Leben Gustav Adolfs des Großen, l- 367.

**) Bülow. Gustav Adolf in Deutschland. H. 186.