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ihn zum Theil ausfüllten. Gustav ließ noch dazu so vieleErde und Faschinen in den Graben werfen, wodurch er sicheinen dauerhaften Uebergang bahnte.
Das schon erwähnte Kricgsmanual (S. 95 u. f.) sprichtsich in nachfolgender Weise über die Art wie man einen Ortbelagerte aus. Wan Du ein Statt belägcren wilt, so be-ränne dieselbe mit Deiner Reuterej, also das weder Kaz nochHund hinauß gehen möge. Halte so weit von der Statt,daß Du mit dem geschütz nicht leichtlich geschädigt werden mögest.Schlage Dein läger, daß man Dir dasselbig nicht Canonisierenund schaden darmit thun möge. Lasse alßdann alle Regimenterarbeiten und Dich hinden und vornen gegen dein Feind einschanzen.
Im Quartier machen gibt man 4 Soldaten oder offt 2, nachdem dicDistanz ist, 4 schritt zu einerHütten in die länge und breite,und werden die gaffen auch also weit und breit gemacht, vor denQuartieren werden die Distanzen der Lährmenpläzen gemachet,vornen wohnen die Fenderich, hinden die Lcutinant. Alßdann zualler hinderst die Capitainö, und hinter denselben die Marquitanter,ja zu aller hinderst die Mezger, da sie das eingewcid außlähren,Item, da hat man den sprach Plaz: Die lauffgräben werden auf1000 schritt van deß feinds werch angefangen, die brüst wehrinensind nicht höcher als 6 schuh hoch, und der graben, so breit das2 Mann neben ein anderen gehen können, oben auf die Brustwehrwerden Schüzen körblein mit fand gestellt, sind wie die glarnergrünziger geformirt, und unden außgespizt, zwischen welchen dieSchüzen Feur geben, zu den Arbeitern werden starke Wachtengesezet, zu Fuß und zu Pferd, welche die Arbeiter im außfalldefentiren.
Wann man stürmet, so machet man an allen Orthen Lärmen,und commandiret man 3000, offt 4000 Mann, und Generale,Oberste, Oberst Leutenant, Hauptman, Leutenant, Fendrich; Alsovon jeder Compagnej ein Hoher und Niederer Officierer im Sturm.
Man fangt den Sturm gegen dem tag an, und heim-lich haltet man den Anschlag: Man marschieret deß nachts,und nicht deß heitern tagS in die Lauffgräben, damit dieSoldaten nicht geschädiget werden.