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vasions-System gegründet, welches Wallen stein als alleinigesUnterhaltSmittel des Krieges bis zum höchsten Kulminations-punkt getrieben, und nur um dasselbe noch ergiebiger zumachen, für Aushilfen der Verpflegung gesorgt, wo theilweisediese Quelle des Unterhalts versiegen mochte. Diese Aus-hilfen gewahrte ihm der Ertrag seiner eigenen meist von denSoldheeren verschonten Besitzungen, in welche, waS aus ihnenair Gütermasse hervorging, nur desto reichlicher wieder zu-rückfloß.
Nach seinem Tode hörte dieses System in seiner bis-herigen Ausdehnung auf, weil dasselbe vornehmlich auf daspersönliche Genie WallensteinS gegründet war*). Die schlechteWirthschaft, welche die kaiserlichen Heere nun trieben, warSchuld, daß sie manche eroberte Provinz wieder verlierenmußten. Am nachlässigsten darin war der General GrafGallaS, welcher dafür den Beinamen: der „Heerverderber"erhielt.
Nächstfolgende höchst interessante Ordonnanzen möchtenhinreichenden Aufschluß geben, wie die kaiserlichen Truppe»in dieser Periode verpflegt wurden.
1 .
Verpflegungs-Ordonnanz des Generals Tilly.
Was Gestalten eS mit Offizirern und gemeinen Reu-tern der Kayserlichen Armee diß OrtS insgesamt gehalten,und wie viel einem jeden deß Tags, an Speiß und Trank,wie auch nothdürfftige Fouragien auf die Pferde, gereichetwerden möge, damit sie ohne fernere Beschwehrnuß der Un-terthanen, und deß Herrn selbst, vergnügt und allerdings zu-frieden seyn sollen.
*) Handbibliothek für Offiziere v. der Haushalt der Kriegsheere inseinen militärischen, Politischen und staatswirthschaftlichen Beziehungen.Dargestellt von 6. K. H- Freyherr» Von Richthofen, k. preuß. Wilitär-Jntendantur-Rath. Historischer Theil. p. 438 mit 449.