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Das Kriegswesen der Kaiserlichen und Schweden zur Zeit des dreissigjährigen Krieges : mit besonderer Rücksichtnahme auf Aufbringung, Ergänzung, Unterhalt und Kriegszucht der Truppen : nebst den Schlachten bei Breitenfeld und Lützen / bearbeitet und kritisch beleuchtet von J. Heilmann
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Schenk von Schweinsberg zahlte die Neugierde, eine Schlachtzu sehen, gleichfalls mit dem Tode. Verwundet wurden derGeneralissimus Herzog von Friedland, Chiesa, Mitziehen,Graf Berthold von Waldstein, Comargo, Breuner der ältereund andere. Die letzten drei starben an ihren Wunden.Außerdem verloren die Kaiserlichen ihre sämmtlichen Geschützeund viele MunitionSwagen. Die Bagage wurde größtentheilsgerettet, obgleich sie durch die Explosion mehrerer Pulverwagenbedeutenden Schaden erlitt.

Während Gustav Adolf mit dem Plane umging, denKrieg in das südliche Deutschland zu spielen, bewegte sichWallenstcin gegen den Kurfürsten von Sachsen, was den gro-ßen König veranlaßte, seine Erobcrungspläne im südlichenDeutschland aufzugeben und dem nördlichen Deutschland zuHilfe zu eilen und sich wo möglich mit Wallenstein in offe-ner Feldschlacht zu messen, um seinen Ruhm herzustellen, derbei Nürnberg zu wanken begann, da er sich hier zumerstenmale auf die Vertheidigung beschränken mußte. DerMarsch nach Sachsen geschah mit unglaublicher Schnellig-keit. Die Armee hatte in zwei Wochen 36 Meilen zurück-gelegt.

Wallenstcin seinerseits hatte sich in seinen Bewegungennicht übereilt und hatte, als er die Ankunft des KönigS beiErfurt erfuhr, die Absicht, Dreöden zu belagern, aufgegeben,und sich zwischen Leipzig und Mcrscburg mit Pappenheimvereinigt, und in der Gegend von WcißenfelS Quartiere be-zogen. Die Absicht Wallenstcins, dem Könige von Schwedenin der Besitznahme deS schwierigen TerrainS, längs derSaale, oberhalb Naumburg, zuvorzukommen, wodurch ihmdiese Straße nach Sachsen so ziemlich gesperrt worden wäre,

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