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mißlang vollkommen, da die Schweden Naumburg frühererreichten, als das kaiserliche Detachement Wallensteins *).Er verlegte hierauf seine Armee den 4. November zwischenLützen und Merseburg in engere Kantonnirung. Die Gründewelche ihn Hiebei leiteten, haben wir schon bei der Einleitungzur Schlacht angeführt.
Von hier aus detachirte er den Fcldmarschall Pappen-heim nach Halle. Wegen dieser Detachirung wird Wal-lenstein vielfach getadelt, da er dieselbe zu einer Zeitbefahl, als der König im Anzüge und eine Schlacht gewißvorauszusehen war. Ferner wird der Generalissimus ge-tadelt, daß er das Defile der Rippach nicht mit grö-ßerer Energie vertheidigte, und sich nicht hinter dem Defilein Schlachtordnung aufstellte, um den König hier zu er-warten. Waö Pappenheim anbelangt, so scheint derselbesich zu lange vor der Morizburg aufgehalten zu haben.Den 5. November gegen Abend konnte der Generalissimusdem Feldmarschall Pappenheim den bestimmten Befehl durchCuriere zugeschickt haben, sich eiligst mit der Hauptarmeezu vereinigen. Diese Eilboten konnten ungefähr um 8 UhrAbends in Halle eingetroffen sein. Nehmen wir nunvier Stunden Zeit an, welche der Feldmarschall benöthigte,um seine in der Umgegend von Halle kantonircnde Cavalleriezu sammeln, so hätte er um Mitternacht mit derselbensich in Marsch setzen können und hätte dieser Annahmezufolge, wenn man die vorgeschrittene Jahreszeit mit indie Rechnung zieht, bei Tagesanbruch bei der Haupt-armee eintreffen müssen. Die Infanterie hätte diese Ver-einigung um 10 Uhr Morgens bewerkstelligen können. Stattdessen traf Pappenheim erst Nachmittags zwischen 2 und3 Uhr auf dem Schlachtfelde ein, was vermuthen läßt,daß er dem Befehl aus unbekannten Gründen nicht so-gleich Folge leisten konnte und erst um 8 Uhr Früh
*) Clausrwlh. s. SS.