388
Man darf annehmen, daß in dieser wüthenden Schlachtder Feind 8000 Mann, die Verwundeten mitgerechnet, verlorenhat. Nach Aussage der später eingebrachten Gefangenen ist derKönig nach begonnener Schlacht nicht mehr gesehen worden. Ge-wisser weiß man, daß gleichstimmig dem ersten unter der Truppeverbreiteten Gerüchte, er um 2 Uhr Nachmittags von einemMusketenschuß in den Arm getroffen, und als er sich rettenwollte, von einem Reiterhaufen angefallen, mit zwei Pistolen-schüssen niedergestreckt, ausgezogen auf dem Platze liegen gelassen,von den Deinigen aufgefunden, und zwei Tage darauf der Leich-nam balsamirt worden ist. Von den Vornehmsten seiner Armeeist der Prinz von Anhalt tödtlich verwundet; überhaupt sind diemeisten Obristen und Offiziers geblieben, bis jetzt aber wußteman die Namen noch nicht. Fahnen und Standarten sind, bei-des zusammen, 60 verloren worden, welche Se. Durchlaucht demKaiser zuschicken wird; außerdem, daß von 36 Fahnen des nie-dergemachten Regiments der Gelbcöcke, nur die Stangen auf demFelde liegen geblieben sind.
Kaiserlicher Seits übersteigt die Zahl der Todten und Ver-wundeten nicht 3000 Mann. Außer den schon Genannten sindtodt: die Obersten Comargo, Soje; die Oberstlieutenants: Lam-boy, Desfours, Ghötz; verwundet: der Oberste Lamboy, und dieOberstlieutenants Waldstein, Sachsen der Aeltere, Forgous undder junge Bceuner, nebst vielen andern Hauptleuten und Offi-zieren; die Kavallerie verlor nichts mehr als drei Standarten, unddie Infanterie nur eine Fahne.
Von Leipzig brach der Generalissimus mit der Armee gegenChemnitz auf, um mit dem F. M. Gallas zusammen zu treffen.Man hörte bereits, daß nach der Schlacht der Herzog von Lüne-burg sich mit dem Feind vereinigt habe, und mit 6000 Mannaus dem Reiche stündlich erwartet werde, wohin nach den An-stalten des verstorbenen KönigS fast seine ganze Macht sich zu-sammenziehen sollte. Auch Acnimb, nachdem er einige Plätze inSchlesien beseht gelassen, war zu Dresden mit 12000 Mannangelangt. Bei dem Mangel an Lebensmitteln und Fütterung