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Das Kriegswesen der Kaiserlichen und Schweden zur Zeit des dreissigjährigen Krieges : mit besonderer Rücksichtnahme auf Aufbringung, Ergänzung, Unterhalt und Kriegszucht der Truppen : nebst den Schlachten bei Breitenfeld und Lützen / bearbeitet und kritisch beleuchtet von J. Heilmann
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konnte die kaiserliche Armee sich nicht lange in der Gegend umLeipzig erhalten, außerdem, daß der Feind den kürzern Weg hatte,sich mit Dresden in Verbindung zu setzen, und uns den Paßvon Ehemnitz abzuschneiden.

Hier angelangt, und nachdem er im Meißner Kreise dasSchloß von Leipzig, Plauen, Zwickau, Ehemnitz, Freiberg, Mei-ßen und Fraustein mit Besatzung versehen, führte der Generalis-simus den 20. November die Armee nach Doxan in Böhmen,um dort die Eintheilung der Winterquartiere zu machen, die Er-gänzung der Regimenter durch neue Werbungen zu veranstalten,und Gallas mit einer guten Streitkraft nach Schlesien zu schicken,in der Erwartung, welche Maßregeln die Feinde nach dem Ver-lust ihres Oberhauptes ergreifen würden. Se. Durchlaucht hatt«den Marchese di Geana abgesandt, um S. k. M. von allen Er-eignissen Bericht abzustatten; da er aber unterwegs erkrankte undmelden ließ, daß er die Reise nicht fortsetzen könne, beorderteder Generalissimus sogleich den G. O. Mstr. Diedati, der, imBegriffe zu Pferde zu steigen, sich noch gegenwärtig bei den Nach-richten befand, die einer von der Dienerschaft Sr. Durchlaucht,welcher am Tage der Schlacht gefangen, und durch einen Trom-peter des Kurfürsten von Sachsen frei gegeben nach Fcaunsteinzurückgeleitet war, über den Tod des Königs und die eben er-zählten Umstände desselben einbrachte, mit dem Ausätze, daß manzu Dresden eine Leichenpredigt gehalten habe. Der G. O. Mstr.ging in der Nacht den 26. von Fraunstein ab, kam zufolge sei-nes Auftrages in größter Eile am Morgen des 29. zu Wienan, und nachdem er S. k. M. alles mündlich vorgetragen hatte,erhielt er den Befehl, das Gegenwärtige schriftlich aufzusetzen.