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Das Kriegswesen der Kaiserlichen und Schweden zur Zeit des dreissigjährigen Krieges : mit besonderer Rücksichtnahme auf Aufbringung, Ergänzung, Unterhalt und Kriegszucht der Truppen : nebst den Schlachten bei Breitenfeld und Lützen / bearbeitet und kritisch beleuchtet von J. Heilmann
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wiederum recolligirt, und mit angesetzt, da dann wiederum einsolcher Ernst bis in die Nacht hinein beiderseits im Fechten ge-wesen, daß man nichts denn Donnern und Hageln, aus Stückenund Musketen gehört, und ist dieses Letztere noch härter, wie daSErstere gewesen. Doch endlich durch Gottes des Allerhöchstengnädige Hülfe, und I. F. G- Herzog üerndsräs von Sachsen-Weimar Heldenmuth und Tapferkeit, welcher diesmal, weil Kön.Maj. im ersten Treffen gefährlich und tödtlich verwundet, kom-mandirt, der Sieg und Victoria auf unserer Seite gefallen undder Feind in der Nacht um 9 Uhr, mit Ansteckung seines La-gers, mit wenig Volk, auch Hinterlassung etlicher Pagagy, dreierStück Geschütz, so er zwar mit genommen aber nicht fortbringenkönnen, seine Flucht nach Leipzig genommen, dem man wegenfinsterer Nacht nicht folgen können, weil man sonderlich vermeint,er würde stehen bleiben und den 7. Morgens noch einen Angrifferwarten.

Wie nun dies eine herrliche überaus große Victor!, unddem Allerhöchsten nicht genugsam dafür zu danken, denn auf desFeindes Seite, wie die Gefangenen aussagen, auch die Wahl-statt, da die Todten halb Manns hoch auf einander gelegen,ausweiset, zwei Drittel, darunter auch ?»pponbcim selbst, diemeisten hohen Offiziere, geblieben und gequetscht, die ganze Ar-tillerie und Munition ihm abgenommen, und der wenige Nest inder Flucht: so ist es doch wegen unsers glorwürdigsten, aller-christlichsten, in aller Welt hoch gepriesenen Königs Tode nichtzu achten, weil Jhro Maj. höchst seeligen Andenkens in dem erstenTreffen, erstlich in den Arm, hernach hinten in den Rücken, undletztlich mit einer Pistole in den Kopf geschossen worden, alsoihre heilige Seele dem Herrn Jesu aufgeopfert, und bei denevangelischen deutschen Kurfürsten und Ständen, zu ErhaltungDero Religion und Erlangung Verlorner Libectät, Ihr Blut ver-gossen und Leib und Leben für sie gesetzt. Auf unserer Seiteist Generalmajor Jßler geblieben; verwundet sind Fürst von An-halt, Graf von Nilliß, Oberst Winkel, Oberst Wildenstein undAndere. Wieviel aber eigentlich Volkes bei uns geblieben, kannman bis zum General Rendezvous nach der Zeit nicht wissen;