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Das Kriegswesen der Kaiserlichen und Schweden zur Zeit des dreissigjährigen Krieges : mit besonderer Rücksichtnahme auf Aufbringung, Ergänzung, Unterhalt und Kriegszucht der Truppen : nebst den Schlachten bei Breitenfeld und Lützen / bearbeitet und kritisch beleuchtet von J. Heilmann
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5.

Des Königs Tod.

Geschichtliches. Der Tod des Königs Gustav Adolfwird verschieden angegeben. Auch Eoxe hat darüber mancheUnrichtigkeit. Wir wollen die Erzählung des schwedischen Geschichts-schreibers Fryxell hören:

.Die schwedische Reiterei deS rechten Flügels

halte noch nicht in großer Zahl über die breiten und tiefen Grä-ben setzen können. Der König, welcher die Wichtigkeit des Augen-blicks erkannte, eilte hin, und übernahm das Eomando der SmZ-lanningarne (schwed. Reiterregiment); Stenbock lag schon ver-wundet auf dem Schlachtfelde.Folgt mir meineTapfern!"" rief der König und treib sein Pferd über denGraben; nur einige von den Reitern hatten hinreichend gutePferde, um seinem Beispiele zu folgen, der König bemerkte esnicht.Dort steht unser gefährlichster Feind,""sagte er, und deutete auf das Regiment Piccolomini. Einösterreichischer Korporal, der die Schweden ehrerbietig dem KönigePlatz machen sah, rief einem Musketier zu:Der muß einvornehmer Herr sein, schieß auf ihn!"" Die Kugel traf, undzersplitterte des Königs linken Arm so, daß das Blut herab-strömte, und der Armknochen durch die Kleider sichtbar ward.Der König blutet!"" riefen die Schweden.Es istnichts, meine Kinder, nur rasch vorwärts!"" riefGustav Adolf, und suchte durch ein heiteres Gesicht ihre Unruhezu stillen. Aber bald, von Schmerz und Blutverlust überwältigt,lehnte er sich gegen den Herzog von Lauenburg, und bat ihnauf französisch, ihn unbemerkt aus dem Kampfe zu führen.Sie wichen zur Seite aus, um den SmLländern ihren Rückzugzu verbergen. Kaum hatten sie sich einige Schritte entfernt,als die Kürassiere des Götz auf sie stürzten, und an ihrer Spitzeihr Oberstlieutenant Moriz von Falkenberg, der den König