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jetzige Zeit ganz unanwendbar geworden. Denn ob wir durch Po-lyb und Vegez zwar einige Nachrichten von den Lagern der Rö-mer und Griechen, als unsern ältesten Lehrmeistern in der Kriegs-kunst besitzen, so ist daraus doch nur zu ersehen, wie sich ihre Heerein ein Viereck lagerten, und wider den »«vermutheten Ueberfall-es Feindes mit schmalen und dabei liefen Gräben und mit Pfahl-werk umgaben; auch scheint es, daß sie zu ihren Lagerplätzen soviel möglich, Ebenen wählten. ^
Seit Erfindung des Schießpulvers und der Anwendung des-selben bei dem heutigen Geschütze, würde die Nachahmung ihrerdicht in einander geordneten Stellungen bei der Erwartung einesangreifenden Feindes grade das Allerverderblichste eines Heeresseyn.
Die Lager der Türken und übrigen asiatischen Völker'gleichenden Bienenschwärmen. Sobald die Veziere oder Paschas ihre Zeltsirgendwo aufschlagen lassen, so lagert sich das ganze Heer da herum,wobei weder auf Ordnung noch Tcrrän Rücksicht genommen wird.
§. 4 «
Unter den Europäern findet man nur in den neuern Zeitenund der Mitte des sechszehnken Jahrhunderts die ersten Nachrichtenvon einigermaßen ordentlich eingerichteten Lagern. Besonders wur-den die Anordnungen des Prinzen von Oranien bei den Lagern