der niederländschen Truppen bald Muster für die andern Heere.Nach und nach kamen auch schon damaliger Feit die Zelte vonLeinwand in Gebrauch; jedoch nur Anfangs für die Offiziere, wobeidie Gemeinen noch immer unter Strauch-und Stroh-Hütten lie-gen mußten, wie es heutiges Tages nur noch bei den Husaren imGebrauch ist, lm Fall auch diese Truppen gleich allen andern kam-piren müßen. Selbst in den beiden ersten Schlefischen Kriegen ge-schahen die mehresten Märsche der Preußen auf den Heerstraßen»und die Lager wurden wo möglich auf Ebenen genommen. Manglaubte dabei die höchste Vollkommenheit zu erreichen, wenn mansie völlig nach der Schlacht-Ordnung, und in schnurgrader Linie voneinem Flügel zum andern absteckte, und mithin den großen Condc,und den Marschall von Luxemburg, als die damaligen Meister derKriegeSkunst, fast zu übertreffen glaubte.
§. 5.
Als aber in dem Zeitraume, welcher zwischen diese beidenKriege und den siebenjährigen fallt, Friedrich II. über die wich-tigsten Theile der KriegeSkunst mehr nachgedacht hatte, so gab erbei dem ersten Lager, welches seine Armee 1756 drei Meilen un-terhalb Dresden bei Rothschönberg beziehen sollte, das erste Bei-spiel, wie den Regimentern künftighin das Lager gegeben werdensollte, auf nachstehende Art: