Begierden, zu denen jeder mehr oder weniger natürlichenTrieb hat.
Der rechtschaffene Mann wird in einer solchen Lage sichselbst kaum trauen, mache man nur einen Schluß auf baSBetragen derer, welche diese Aemter als Strandgut anse«Heu , das auf ihre Küsten getrieben ist!
Will man sich damit beruhigen, daß man blos recht«schaffene und unbescholtene Männer als Verwalter auf Rech«nung anstellt?
Aber auch solche werden selbst hintergangen werden,wenn sie entweder zu sehr sich auf ihre Untergebenen der«lasten, oder nicht erfahren genug in der Leitung der Geschaf,te sind, bei denen der Eigennutz aller derer im Spiel ist,mit denen sie zu thun haben. —
So entsteht dann ein Ausfall in den Vorschüssen, wor«über sie zu verfügen haben. Diese Beamten, welche blosaus fremde Rechnung sitzen, werden, um diesen Ausfall zudecken, zu den Hilfsmitteln greifen, welche untreue Ver«Walter gewöhnlich anwenden, damit sie ihre Vergeudungverbergen — man verschafft sich Belege.
Was sind denn Belege? Cpi^ces comptablcs).
Es sind wirkliche oder Schein-Verhandlungen, wah«re oder falsche Protokolle, Uebersichten des wirklichen obererdichteten Verbrauchs, Anschlage der nöthigen oder vor«gebliche Aucgaben— eine einzige Förmlichkeit reicht zu, die«sen Schriften eine vollkommene Glaubwürdigkeit zu sichern,— die Unterzeichnung eines Kricgscommissärs *).
Ach wünschte wohl, daß ich die Ueberzeugung habenkönnte, alle Kriegscommlssarien seien rechtschaffene Männer;selbst unter dieser Voraussetzung würde aber das Uibel nichtin seiner Wurzel angegriffen seyn; denn sie werden bei
*) Im Anfang wandte man sich an die Kriegs-Kommissarienum ihre Unrer'chrift zu erhalten, iu der Folge fand man esleichter , diese selbst riachzumachkN.