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Lehrbuch der Kriegswirtschaftslehre : oder Grundsätze zur Verwaltung des Kriegswesens, im Frieden und im Kriege / von C.M. Morin ; nach der zweiten Ausgabe der französischen Grundschrift frei übersetzt, mit einer Einleitung, berichtigenden Zusätzen und Anmerkungen versehen von Ferdinand von Schmid
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205
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Nachdem ich von den Nachtheilen gesprochen welch«aus der fehlerhaften Einrichtung entspringen, könnte ichnun den Vorhang lupfen der die Gebrechen verhüllt; manwürde die Vorstände gleichgültig gegen ihre Pflichten, ihreWürbe als eine Gunst deö Geschicks betrachten und sieeinzig dahin arbeiten sehen, daß es ihnen unwandelbarbleibe; man würbe die Untergeordneten ohne Schutz undohne Nacheifer in steeter Furcht erblicken, daß sie ihreStelle verlieren könnten, als Folge jener Ungewitter welcheunter dem Nahmen der Verbesserung und der Neugestaltungalle Jahre zwei bis dreimal die Zerrüttung der Ministe-rien vergrößern; man würde sehen wie dieselben Unter-geordneten ihre Geschäfte hintansetzen, weil ihre unsichereLage ihnen kein treues Anhängen gestattet; man würdedie Thüre, die Vorzimmer, die Hörsäle der -Minister voll,gepfropft sehen, zum Beweis daß die Geschäftsabfertigungin Rückstand bleibt, und die Geheimzimmer blos für sol-che Bittsteller sich öffnen die mächtig oder reich sind oderdie Geschenke spenden, dagegen sie dem Geringen, demArmen, dem der sich blos auf seine gute Sache verläßt,verschlossen bleiben.

Doch, verlassen wir das Gemälde so vieler Misbil-düngen, möge die tröstende Aussicht auf ihr Ende durch einebessere neue Einrichtung, Festigkeit in den Maaöregelnund eine gleichmäsige Verantwortlichkeit für alle StaatS«diener, auf immer selbst das Andenken an sie verlöschen!Aber laut wollen wir aussprechen, daß man keine Ver-waltung führen könne ohne eine gleichmäsige Verfahrungö«weise und bestimmte Vorsätze; keine öffentlichen Geschäfts-führungen möglich seien, wenn man ihnen nicht eine festeGrundlage und die Verfassung giebt welche ihr Wesenfordert. Wenn diese Sätze in jedem Staat wahr sind,so muß man doppelt sorgfältig sie da im Auge behalten,wo die Ministerien aus innern StaatSgründen öfters mirandern Männern besetzt werden, und diese Veränderungen,