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Lehrbuch der Kriegswirtschaftslehre : oder Grundsätze zur Verwaltung des Kriegswesens, im Frieden und im Kriege / von C.M. Morin ; nach der zweiten Ausgabe der französischen Grundschrift frei übersetzt, mit einer Einleitung, berichtigenden Zusätzen und Anmerkungen versehen von Ferdinand von Schmid
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206
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wenn fle nur nicht übermäßig vervielfältigt werden, zurAufrechthalcung der Staatsverfaffung nöthig sind, da mußman die Ministerien kräftig vor der Neuerungssucht behü«ten, welche jeder Beamte beim Eintritt in seine Stellemitzubringen pflegt, die aber ganz besonders ein Grund-zug im Bilde der Franzofen ist.

Ich sehe den Einwurf voraus: „wenn diese Verfas-sung so schlecht ist, warum haben denn nicht die Minister,jeder in seinem Amtsbezirk Verbesserungen bewirkt, undist der Tadel ihres Verfahrens nicht zu bitter?"

Nein! man kann versichern, daß die Munster so ge-handelt haben wie sie handeln mußten; man kann mitFug annehmen, daß ihnen nicht genug Unbefangenheitdes Geistes gelassen war um allgemeine Entwürfe aus-zudenken, nicht genug Zeit um sie auszuführen, denn siewaren in jedem Betracht in äußerst schwierigen Verhält-nissen. Es würde demnach ungerecht seyn, wenn man ih,nen die Nachtheile beimessen wollte, welche doch nicht al-lein ihr Werk sind Uiberdem hat man, ich sage es noch-mals, bei Errichtung der Ministerien den großen Fehlerbegangen, daß ihre innere Verfassung nicht bestimmt wor-den ist. ES war vorauszusehen, daß die Minister die Fe-dern wieder anzuspannen sich versucht finden würden, wel-che einmal da waren und die sie handhaben konnten, dennihr erstes Geschält mußte ja seyn die Staatsregierung tnBewegung zu setzen die keinen Stillstand verträgt.

Dieselben Ursachen haben sich in der Folge einer Ver-besserung entgegengesetzt, die doch je mehr und mehr nö-thig wurde. Als eine neue kam noch der Eigennutz derAbcheilungövorstände hinzu. Man bedenke nur, daß die-se Vorstände unter dem Schirm des Ministers in ihre»Kammern unumschränkt anordnen, dabei aber von allerVerantwortlichkeit frei blieben, und man wird keine großeMühe haben zu begreifen, daß sie gewiß nichts beitru-gen, um eine Anstalt abzuändern, wobei ihrer Eitelkeit