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bekannt ist, welche nicht auch in dem Elberfelder Kalksteinund besonders in dessen tieferen Schichten gefunden wird.
Die obere Abtheilung oder das Ober-Devon ist eine sehrverschiedenartig zusammengesetzte Schichtenfolge von Thon-schiefer, Kalkstein und Sandstein, die sich theils durch petro-graphische Eigenthümlichkeiten noch mehr aber durch be-stimmte Versteinerungen auszeichnen. Nach einer solchen istdieser Abtheilung der Name Cypridinenschiefer gegeben wor-den. Auch in dieser Abtheilung lassen sich zwei Glieder voneinander trennen. Das untere Glied, der Flinz folgt theilsdem Elberfeldkalk als ein schmales Band, theils bedeckt erdenselben in grösserer Ausdehnung. Das obere, der Kramenzelenthält Schieferschichten, die mit kleinen Kalknieren erfülltsind und durch Abnahme der Schiefermasse in einen flasrigenKalkstein oder Nierenkalk übergehen. Dieses Gestein führtin einigen Gegenden, in seinem durch Verwitterung der Kalk-nieren herbeigeführten löchrigen Zustande, von äusserem zer-fressenen Ansehen den Namen: Kramenzelstein, welcher aufdieses obere Glied des Ober-Devon übertragen worden ist.
Die sämmtlichen Schichten der beiden oberen Abthei-lungen der Devongruppe in diesem Districte folgen gleichförmigaufeinander. In denselben ist, wie bereits oben angedeutet,eine Richtung in dem Streichen der Schichten, ungefähr vonSüdwest gegen Nordost und von Westsüdwest gegen Ost-nordost ganz vorwaltend und überall wiederkehrend. Dabeiist die Neigung der Schichten gegen den Horizont, oder dasEinfallen derselben grösstentheils steil, zwischen dem senk-rechten Stande bis zum 45 Grad wechselnd. Diese Schichtenbilden aber überall grössere und kleinere Falten, Mulden undSättel, so dass dieselben Schichten immer wieder von Neueman die Oberfläche kommen. Nur durch diese eigenthümlicheForm oder Lagerung der Schichten wird es möglich, dass derLenneschiefer sich in einer Querlinie von der Südgrenze desBezirkes bis Homberg, östlich von Ratingen auf eine Er-streckung von 4y 2 Meilen an der Oberfläche zeigen kann. DieMittellinie der tiefsten Mulde, zieht sich von der Ostgrenzedes Bezirks bei Ober-Siebeneich, nördlich von Elberfeld, süd-lich an Düssei vorbei, zwischen Erkrath und Millrath hindurch.In dieser Mulde sind bereits die Schichten der folgenden,nächst oberen Kohlengruppe abgelagert. Dieselbe wird gegenOst hin breiter und tiefer und an ihren Rändern findet sich dieReihenfolge der Schichten der Devongruppe zu beiden Seitenvon den oberen zu den tieferen fortschreitend. Darauf gegen