Band 
Dritter Band.
Seite
121
JPEG-Download
 

121

wesentliches Bedürfniß; und diejenigen, welche diesemBedürfnisse auf eine genügende Weise abhelfen, verdie-nen alle Achtung. Zwar verhandeln die meisten Regle-ments in einigen Vorkapiteln dieselben Materien. Al-lein erstlich gehören sie gar nicht dahin, weil Regle-ments nur positive Gesetze vorschreiben sollen; und siegeben daher, wo sie vorkommen, beynahe das schlimmeVorurtheil, daß die Verfasser keine bestimmten Begriffevon rein sittlichen Pflichten haben. ZweytenS werdendort derley Pflichten nur in imperativer Form aufge-führt, nicht in einer, zugleich die Motive anzeigendenArt, was doch jederzeit geschehen muß, sobald eine ei-gentliche Ueberzeugung und eine veruünftige Handlungs-weise begründet werden soll. Dieß alles geschieht, undkann nur in einem Buche geschehen, welches die Lehrevon den rein sittlichen Pflichten deS Soldaten zum Ge-genstände hat, die Maximen einer vernunftgemäßenHandlungsweise in dessen verschiedenartigen Verhältnis-sen aufstellt, die Beweggründe dazu, besonders dietiefsten ^nd eindringlichsten, die religiösen, entwi-ckelt, und alles dieß in. einer dem gemeinen Manne an-gemessenen Darstellung, nicht blos durch abstracte Leh-ren, sondern auch durch anschauliche Beyspiele(exempla trahunt) auseinander setzt,

Zudem wir die Grundsätze bezeichnet haben, von de-nen, wie es scheint, der Verfasser des »Soldateuspiegelö«ausgegangen ist, wollen wir nur noch, um die Reich-haltigkeit des Werkleins zu zeigen, die Rubriken ange-ben, nach welchen er die verschiedenen Materien einge-theilt und ausgeführt hat. Der I. Abschnitt handeltvon der Religion (l — 6) der II. von der Liebe undTreue gegen den Fürsten und das Vaterland (L —. 27)^