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Napoleons Truppen waren seit 2 Uhr Morgens, wo sieaus den Lagern von Solre-sur-Sambre, Beaumont und Phi-lippeville aufgebrochen waren, beständig unter den Waffen,beständig auf dem Marsche oder im Gefechte gewesen; sieverlangten Zeit zur Ruhe und zur Erholung; sie waren weitzersplittert zwischen ihren Vorposten und der Sambre; dieArmee des Marschalls Ney stand in einzelnen Kolonnen zwi-schen Frasne und Marchienne-au-Pont; und wenn auch dasCorps Vandamme schon im Walde von Fleurus bivakirte, sobefanden sich doch noch Lobau's Corps und die Garden beiCharleroi und Gerard bei Chatelet. Daher war ein imposan-tes Vordringen am frühen Morgen des 16. unmöglich, undder ganze Vormittag mußte nothwendiger Weise mit der Con-centrirung der Armee und den Vorbereitungen zum Angriffevergehen. — Die Verbündeten gewannen hierdurch eine un-schätzbare Zeit, sie konnten nun ihre Truppen in hinreichenderStärke versammeln, um den Stoß ihres Gegners zu parirenund seinen gefährlichen Plan zu vereiteln.
Bei einer ruhigen Betrachtung der Anordnungen Napo-leons, während der Nacht des 15. Juni, überzeugt man sichbald, daß der unglückliche Ausgang des ganzen Feldzugeshauptsächlich in der Schlaffheit dieser Anordnungen und indem Mangel jener energischen Ausdauer, jener rastlosen Thä-tigkeit zu suchen ist, welche die großartigen Operationen seinerfrüheren Kriege charakterisiren. Was nützten ihm die großenVortheile, welche er an diesem Tage erlangt hatte, wenn ernicht Alles daran setzte, diese Vortheile zu verfolgen — mitall der Schnelligkeit und Energie zu verfolgen, welche ihreBenutzung nöthig machte? Seine Lage konnte nicht günstigersein, wenn man blos seine weit vorgeschobenen Streitkräftebetrachtete; dadurch aber, daß er die übrigen Truppen nichtzu ihrer unmittelbaren Unterstützung concentrirt hatte, wurden