IS3
feindlichen Feldwachen bei Pietmont und verursachte dort einenAllarm, welcher sich beiden Armeen durch ein knatterndes Ge-wehrfeuer mittheilte, das bald über die ganze Vorpostenliniesich ausdehnte. Unter den ersten, welche voreilten, um denUrsprung und die Beschaffenheit des Engagements kennen zulernen, befand sich Picton. Als er sich überzeugt hatte, daßvon keiner Seite ein Angriff beabsichtigt worden sei, gelang esihm mit Hilfe der übrigen herbei geeilten höheren Offiziere sehrbald, die Ruhe wieder herzustellen. Eben so hatten die fran-zösischen Offiziere sich bemühet das Feuer zu dampfen, und alsder Tag über die Scene herein brach, herrschte bei beiden Par-teien wieder die frühere Ruhe. In dieser unerwarteten Af-faire waren die Vorposten der hannöverschen Brigade Kiel-mannsegge und des 3ten braunschweigschen leichten Bataillonsscharf engagirt, und eine Feldwache vom Feld-Bataillon Lüne-burg hart mitgenommen worden.
Kurz darauf kam Wellington, welcher die Nacht in Ge-nappe zugebracht hatte, in Quatre-Bras an und fand daselbstden General-Major Sir Hussey Vivian, dessen leichte Kaval-lerie-Brigade, bestehend aus den lOten britischen Husaren (un-ter Oberst Quentin), den 18ten britischen Husaren (unterOberst-Lieutenant Henry Murray) und den Isten Husaren derdeutschen Legion (unter Oberst-Lieutenant von Wisse!), linksdieses Punktes aufgestellt war, und zwei starke Piquets, daseine, unter dem Kapitän Croker, auf der Straße nach Namurund das andere, unter dem Major Friedrich Howard, in derFront vorgeschoben hatte.
Als Vivian über das befragt wurde, was er vom Feindewußte, theilte er dem Herzoge das Resultat seiner Beobach-tungen mit, welches natürlich sehr gering war, da, mit Aus-nahme jenes erwähnten Feuerns der Vorpostenlinie, die Fran-zosen vollkommen ruhig geblieben waren, und bis jetzt noch
13