103
die reitende Batterie No. 11/ und vorzüglich durch die Fuß-Batterie der löten Brigade, unter dem Kapitain Schmidt,welche zur Aufnahme der Kavallerie vorgezogen worden waren,gedeckt. Das wirksame Feuer beider Batterien und das Avan-ciern der preußischen Infanterie-Kolonnen zwangen Domontfür den Augenblick, von seinem Angriff abzustehen.
Die drei nach dem rechten Flügel entsendeten Batailloneerreichten um diese Zeit Smohain. Ihr Vorgehen geschahmit solcher Vorsicht, daß sie eben so unerwartet für die dortbefindlichen alliirten Truppen, wie für den rechten Flügel derFranzosen aus der südöstlichen Lisiere des Dorfes debuschirten.Die Preußen drangen sogleich weiter vor, überschritten denHaupt-Hügelrücken, welcher sie von dem französischen äußerstenrechten Flügel trennte, und marschirten senkrecht zu der feind-lichen Front auf — zwei Bataillone in Linie, das 3te als Re-serve. Dieses geschah um halb 6 Uhr. Die Franzosen gingenden Preußen sogleich entgegen, worauf diese sich zurückzogen,die Hecken des Dorfes mit Tirailleurs besetzten und ihreGegner mit einem kräftigen und wirksamen Kleingewehrfeuerempfingen.
Napoleon schloß aus der Kühnheit des Vorgehens derPreußen, daß bedeutende Verstärkungen ihnen folgen mußten.Er fürchtete, daß dasselbe einen bösen Eindruck hervorbringenmöchte, wenn ihm nicht zeitig und wirksam begegnet würdeund befahl daher dem 6ten Korps, unter dem Grafen Lobau,aus seiner Reserve-Stellung rechts abzumarschiren, vereinigtmit der Kavallerie Domonts, eine günstige Stellung einzu-nehmen nnd den Angriff auf dieser Seite des Schlachtfeldeszurückzuweisen. Als Blücher diese mit großer Schnelligkeitund in guter Ordnung ausgeführte Gegenmaßregel bemerkte,entwickelte er seine Truppen sogleich in einer breitern und im-posanteren Front. Er dehnte die rechte Flanke bis zu den be-