Band 
Zweiter Band.
Seite
200
JPEG-Download
 

mehren, so stand der wirkliche Werth ihrer Dienste in derSchlacht doch keineswegs im angemessenen Verhältniß zu ihrerentfalteten Starke, und die ganze Last der Reiterkampfe trafdaher fast ausschließlich die britischen und deutschen Dragoner.Dasselbe gilt in einem gleichen Grade von der Artillerie.

Um 6 Uhr änderte sich die gegenseitige Stärke der kam-pftnden Armeen dadurch, daß von Seiten der Franzosen dasLobau'sche Korps und die junge Garde den Preußen entge-gengestellt und auf Seiten der allürten etwas später die nie-derländische Division Chassä nach dem Schlachtfelde gezogenwurde, so daß sie um diese Zeit sich folgendermaßen gegen-überstanden :

Bataillone, Schwadronen, Geschütze.Englisch-allürte Armee 85 98 156

französische .... 76 103 186

Welche Hilfe dem Herzoge von Wellington diese Verstär-kung von 12 holländisch-belgischen Bataillonen gewahrte, magman zur Genüge aus der gegebenen Geschichte der Schlachtselbst erkennen — die eine Hälfte derselben konnte man nurmit Mähe abhalten, das Schlachtfeld zu verlassen, obgleichsie in jenem Augenblicke mit dem Feinde gar nicht in Berüh-rung kamen, ja ihn nicht einmal gesehen hatten, und die andereHälfte traf erst zur Zeit des allgemeinen Vorgehens (auf demlinken Flügel der Brigade Maitland) im ersten Treffen ein.

Welches auch der Grund der großen Lauheit der hollän-disch-belgischen Truppen gewesen sein mag — Unmuth überdie jüngsten politischen Gestaltungen, welche alle Parteien ih-rem Vaterland entfremdeten, ohne einem der beiden Volkerseine nationale Unabhängigkeit zu sichern, oder Vorliebe fürden Monarchen, dessen Waffen sie jetzt gegenüberstanden undin dessen Reihen sie früher gedient hatten — das Vorhanden-sein solcher Lauheit ist zu sehr bestätigt, um irgend einen Zweifel