Band 
Erster Band.
Seite
160
JPEG-Download
 

160

So oft ein tüchtiger Klumpen hievon herunterfiel, ertönte einfreudiges Jauchzen und fielen Trompeten und Pauken, der Trom-meln und Pfeifen kriegerischer Klang ein. Und Maler und An-streicher wurden sammt und sonders aufgeboten, um das Weißund Blau wieder in das alte Schwarz und Gelb zu verwan-deln. —

Ermattet von den Anstrengungen des TageS lagerten sichdie Tiroler am Abend in den Straßen und Gärten der Stadt,die wenigsten blieben in den Häusern. Die Gefangenen wurdenin strenge Gewahrsam gebracht, und Wachen sorgten für dieSicherheit ihrer in der Stadt lagernden, der Ruhe bedürftigenLandsleute. Da erscholl plötzlich am 13. April um drei UhrMorgens der Glockcnstreich von den Thürmen der Dörfer imWippthale, dann der Hauptstadt, — das mahnende Zeichen vonFeiudesgefahr. Er verkündete den Anzug der im Marsch vonSterzing über den Brenner nach Innsbruck begriffenen und vomPusterthalcr Landstürme lebhaft verfolgten Bayern und Fran-zosen unter Wreden und Bisson. Der französische Vortrab er-reichte um 5 Uhr frühe die Höhen des Berges Jsel.

Die Tiroler in und um Innsbruck rüsteten sich rasch zumblutigen Empfange ihrer Gegner. Sie verlegten die Eingängeder Stadt, verrammelten die Straßen stellenweise und besetztendie zur Vertheidigung vortheilhaft gelegenen Häuser und Gärten.Ein zahlreicher Haufe deckte in südöstlicher Richtung die Verbin-dung der Stadt mit Speckbachcr, der, nach seinem Siege beiVolders und Hall, sich mit den Aufgeboten aus dem Unter-innthale am Fuße des Lanerkogl und an dem Usern der Sillaufstellte und von hier den Brüden: aus dem Pusterthale dieHand bot. Diese hatten die waldigen Höhen des Berges Jselund von Sarnthein besetzt. Die 4000 Franzosen und Bayernwaren demnach von allen Seiten durch wenigstens vierfacheUebermacht umstellt. 0

Im Angesichte von Innsbruck angekommen, hofften die bayer.und französ. Truppen, denen bereits alle Pferde an den Ge-schützen getödtet worden waren, sich hier mit dem General Kinkel

1) Gesch. Andr. HoferS, S. 92 u. ss.

2) Oesler. mit. Zeitschr. t83Z, 3 Heft, S. 253—236. - Gesch.Anrr. Hofers/ S. v3-s4.