Siebentes Puch
Während die Oesterreichs glaubten, sie hätten Napoleonnoch nicht so bald bei seinem Heere in Deutschland zu bekämpfen,war dieser auf die telegraphische Nachricht am 12. April Abendsvon dem Einrücken der Oesterreicher in Bayern, zwei Stundendarauf ohne Gepäcke, ohne Garde, fast ohne Gefolge abgereist.Er hatte eine Depesche vorausgeschickt, welche seine früher ge-gebenen Befehle, die Armee am Lech zusammenzuziehen, erneute.Wir haben gesehen, daß, weil er auf Rußland zählte, er erst imletzten Augenblicke an den Krieg glauben, und Paris nicht eherverlassen wollte, damit die Ungerechtigkeit des Angriffes seinerFeinde offenbar würde. Für jeden Andern hätte diese Verspä-tung sehr verderblich werden können. Der öfter. Gesandte, nach-malige Fürst Metternich, blieb indessen in Paris, ohne seinePässe zu verlangen. Napoleon sandte einen Courier nach St.Petersburg, um dort Nachricht zu ertheilen, daß er sich in Marschsetze, und empfahl seinem Gesandten daselbst, sich zu bemühen,daß ihm seine Allianz mit dem russischen Hofe nicht ohne Nutzenwäre. Eben so schickte er auch einen Courier nach Italien, daßman sich vorbereiten solle, die Offensive zu ergreifen; allein dieOesterreicher kamen dort dem Vicekvnige zuvor. Nachdem Na-poleon seine letzten Befehle zu Paris ertheilt hatte, reiste er am13. April ab, und ging ohne Aufenthalt nach Straßburg. DieKaiserin Iosephine begleitete ihn bis dahin, wo sie am 14., 4