zwei, ungefähr gleich große Massen vertheilt, die, 35 Stundenvon einander entfernt, eine große Lücke zwischen sich ließen, inwelche der Feind sprengend eindringen konnte. Die eine standim Bereiche von Negcnsburg, die andere in dem von Augsburg;das dritte Corps unter Davoust, von dem Marschall und Major-General Berthier aus der Gegend von Negcnsburg nach Jugol-stadt und Vohburg berufen und von da am 15. wieder zurück-beordert, mühte sich auf den schlechten Wegen von Diessurt,Hemau, Niedenbcrg nnd Painten ab. Die Bayern, die mit denübrigen Rheinbundstruppen ausschließend die Mitte der Vcr-thcidigungslinie beseht hielten und noch vorwärts standen, hattenBefehl erhalten, sich über die Donau zurückzuziehen; die Divsi'sionen Dcmont und Nouyer wurden nach Jngolstadt beschicden.Napoleon war mit dem, was er vorfand, sehr unzufrieden;er hatte anfangs keine bestimmten Berichte über die Lage derbeiden Armeen, indem der Major-General bei seiner Ankunft inDonauwörth sich in Augsburg befand, von wo er zwar sogleichzurückkam; bereits aber berichtete General Vandamme, Befehls-haber des würt. C'orpS, daß der Feind Meister von Negensburg sey.
Napoleon erhielt mit dein Berichte über die Stellung seinerArmee zugleich die Nachrichten, daß die Oesterreicher ihre Be-wegung zwischen dem rechten Donauufer nnd der untern Isarentschieden ausgesprochen hätten; aus diesem (Nck <Is «au könntensie nicht mehr heraus, ohne einen der beiden Flüsse zu über-schreiten, deren Brücken zu Landsbcrg, Augsburg, Neun, Jngol-stadt und Negcnsburg von der französischen Armee besetzt undgrößtenteils verschanzt waren. Sie hattest sich mit einer bedeuten-den Macht auf der langen Linie von Landau bis München an deruntern Isar entwickelt, die, von Landshut ausgehend, gegen denso sehr entblößten Mittelpunkt der französischen, für beide Theileso wichtigen Vertheidigungslinie gerichtet war. Auf dem linkenUfer der Donall hatte Bellegarde zwei bedeutende Corps ver-einigt; er bedrohte die Altmühl und die rückwärtigen Verbin-dungen der franz. Armee, während sich seine Streifparthienauf der Straße von Nürnberg nach Neustadt zeigten. DerErzherzog Carl, welcher seinerseits auf den beiden Straßen vonNeustadt und Kehlheim dieselbe Richtung genommen hatte, warschon bis Weinting und Essebach gekommen, und folglich derBrücke von Neustadt näher gerückt, als die Masse des linken
Schneidawind, Bd. 1. 14