Band 
[Zweiter und dritter Band.]
Seite
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stellt wurde. Sey es, daß Schilt, von der Ansammlung der Dä-nen in Holstein unterrichtet, ihren Ansichten mißtraute, oder daßer hoffte, sich mit denselben auf irgend eine Weise gütlich zu ver-ständigen, so fand er es doch rathsam, diesen neuen Gegner undseine Bewegungen immer genauer beobachten zu lassen, undschickte zu diesem Ende noch vor seinem Abzüge von Rostock denLieutenant Adolph von Nochow mit einiger Reiterei ab, der bisNatzeburg, Mollen und Lauenburg vorgehen und die wahre Lageder Dinge erkundigen sollte. Weil die Schill'schcn Patrouillenselbst im Ängestchte von Lübeck erschienen, und dadurch eben-sowohl diese Hanse - Stadt, als die holsteinische Grenze bedrohtschien, glaubte der dänische General Ewald, oder war durch seineInstruktion ausdrücklich gehalten, die Rolle eines bloßen Zu-schauers aufgeben zu müssen. Am 25. Mai rückten demnach 500Dänen in Lübeck ein, welchen Tags darauf noch mehrere, biszur Zahl von 1500, folgten; gleichzeitig war auch der GeneralGrasten, nachdem sich ihm Schill's wahre Absicht aufgeklärt hatte,mit seinen Truppen am 23. Mai über die Elbe gegangen undüber Schwarzenbeck und Natzeburg im Anzüge. Uebrigens hatteSchilt auch die Holländer nicht aus dem Auge gelassen, dennselbst in Graticn's Rücken streifte Lieutenant v. d. Golz miteinem Trupp von 40 Köpfen, erschien plötzlich am 24. Mai inGiffhorn, 4 Stunden von Braunschweig, und dann wieder inLüneburg, wo er sich der Amtskasse bemächtigte. Da Grastensich nicht für stark genug hielt, um mit Gewißheit des Erfolgesdem Zuge Schill's ein schleuniges Ende zu bringen, so bewilligteihm die dänische Regierung 1500 Mann, mit denen er sich so-gleich vereinigte und gegen Stralsund vorwärts zog, um Schiltauf der Ferse zu folgen, und ihn in jenem Winkel von Pom-mern zu erdrücken, ehe er Hülfe und Rettung fände.

In Stralsund fürchtete man bereits seit mehreren Tagen dieMöglichkeit der Erscheinung Schill's; seit er jedoch in Rostockeingerückt war, konnte seine Absicht auf diesen Platz nicht länger-zweifelhaft scheinen. Anstatt aber seinen Angriff in oder dichtvor diesem nicht mehr haltbaren Platze abzuwarten, fand Gene-ral Candras, Gouverneur von Pommern, für rathsam, seineTruppen an die Neckuitz vorzuziehen und hier den Uebergangstreitig zu machen; er sendete deßhalb den Major v. Pressentinmit einer Abtheilung auf Damgartcn, den Major v. Moltke mit